Dienstag, 22. Juli 2008

Aus drei mach vier

Wenn mich Leute auf der Strasse so sehen, denken sie sich momentan wahrscheinlich 'Entweder haette sie weniger Kuchen essen sollen oder sie ist schwanger. ' Nun ja, soviel Kuchen war das garnicht und der Bauch ist eher so dick, weil da schon in der 15.Woche ein neuer kleiner Zwerg drin ist und jeden Tag waechst. Wir vergroessern unsere Familie und werden hoffentlich ab Mitte Januar zu viert sein.

Auf Empfehlung meiner (fast alle auch schwangeren) Freundinnen hier, gehe ich zu einem sehr netten indischen Arzt in Admiralty. L. ist bei jedem Besuch dabei und flirtet mit den Arztherlferinnen, indem er seine besten Tricks vorfuehrt. Winken, Bellen wie ein Chihuaha auf Speed und quer durch den Wartesaal laufen, wie ein kleiner betrunkener Affe.

Nachdem es mir zuerst nicht wirklich gut ging und ich haeufig bis halb drei nachmittags nichts essen konnte oder rausgehen, bin ich jetzt endlich im zweiten Trimester und mir geht es prima. Na ja Schwangeren-prima... irgendwas zwickt da ja immer.

Roentgengewitter

Hier dreht das Wetter nun voellig auf und ich kann langsam verstehen, warum fast jeder Expat hier im Juli und August 6 bis 8 Wochen nach Hause faehrt. Bevor die Hitzewelle startete, in der wir jetzt stecken, reagierte sich der Himmel noch einmal komplett ab. Eine Nacht lang hatten wir so ein unglaubliches Gewitter, dass jeder Blitz das Zimmer komplett ausleuchtete. Selbst wenn man die Augen zuhatte, erschien alles noch komplett weiss bei jedem Blitz. Ich schwoere, dass ich meine eigene Netzhaut sehen konnte. M. stellte sich bei einem Blitz ans Fenster, weil er irgendwie annahm, man koenne den Blitz am Himmel verfolgen, so wie bei den Gewittern, die wir so gewoehnt sind. Aber als es das naechste Mal blitzte, erstrahlte der ganze Raum in weiss und er wurde so geblendet, dass man fast seine Knochen durchsehen konnte. Ich bin dann nach einer Weile erst eingeschlafen, als ich mir endlich eine Schlafmaske uebergezogen hatte.

Jetzt ist es so heiss, dass wir Weiber uns eigentlich nur noch im Pool aufhalten wollten bis zum Hals im Wasser. Mein Zweg hat allerding einen anderen Plan und so renne ich eigentlich nur hinter ihm her um den Pool herum und darf ab und zu mal meinen Fuss ins lauwarme Wasser stecken. Na ja, besser als nix.

Montag, 14. Juli 2008

Das dicke Ende

Unsere Maid ist unten mit L. auf dem Weg zum Spielplatz und was mache ich? Laufe nervoes auf und ab und esse Eis. Die ganze Sache mit der Maid wird wohl so auf ungefaehr 5 Kilo Uebergewicht hinauslaufen, wenn ich mich nicht bald daran gewoehne, dass ich nicht mehr den ganzen Tag alleine fuer ihn verantwortlich bin. Sie macht das prima und er weinte nur ein wenig als er mitbekam, dass ich nicht mitkam. Natuerlich weiss ich, dass er sich im Aufzug schon wieder beruhigt hat, aber es ist trotzdem schwierig...

Sonntag, 13. Juli 2008

Fertig gereist

Wir sind wieder heil in Hong Kong gelandet uns seit drei Tage ist nun auch unsere Maid bei uns. Sie wirbelt gerade hinter mir rum, der Zwerg schlaeft und ich halte mich wach, damit ich heute Nach nicht wieder vier Stunden lang wach liege. So richtig haben wir beide den Jet Lag noch nicht verkraftet. Immerhin war der Flug wesentlich besser als die beiden ersten mit dem kleinen Grossen und auch wenn ich das nicht zu meiner Lieblingsbeschaeftigung machen moechte, war es diesmal zu ertragen. M. hatte uns ja ein Upgrade spendiert und somit konnten wir unseren Sitz wenigstens weit nacht hinten lehnen und sassen nicht wieder so gequetscht. Ich weiss schon, dass ich hier auf hohem Niveau jammere, aber ich finde Economy alleine mit so einem Zwerg ist der absolute Horror. Bis endlich das Licht aus war, war es schon so gegen 22:00 abends und L. komplett fertig. Trotzdem musste ich ihn aber noch recht lange den Gang auf und ab tragen, bis er endlich zur Ruhe fand, nicht ohne kurz vorher noch einmal recht geruchsintensiv in die Windel zu machen. Vor die Wahl gestellt, einen schreienden L. auf der Toilette zu wickeln und ihn dann noch einmal eine Stunde in den Schlaf zu wiegen oder den Geruch zu ertragen entschied ich mich fuer letzteres. So lag ich also neben einem stinkenden Buendel Kind und einem schnarchenden Chinesen und doeste immerhin drei Stunden vor mich hin.

Unsere Zeit in Muenchen, Italien, Rockenhausen, Bad Kreuznach, Muenchen und wieder Bad Kreuznach war trotz Erkaeltung sehr schoen und vor allem die sechs Grosseltern zerrissen sich fast fuer L. und mich. Lieblingsessen wurden gekocht, ich durfte Mittagsschlaf machen, wir machten Ausfluege, der Kleine wurde 24 Stunden beschaeftigt und alles in allem waren alle sehr froh, ihn zu sehen und mich vielleicht ein wenig auch. L. fand es alles toll und wuerde sicherlich gerne bald wieder die Grosseltern besuchen fliegen. Aber so schnell werden wir nun wohl erst einmal nicht wieder nach Deutschland kommen. Dafuer kommen ja aber die Grosseltern zu uns...

Samstag, 5. Juli 2008

Auf Reisen Teil 3

Noch ein Nachtrag zum Thema Essen: Letzte Woche war ich meine fleissige Freundin K. in G. besuchen. Die vier Kinder (drei von ihr und mein Zwerg) spielten im Garten und L. baggerte froehlich im Sandkasten rum. Da es in Hong Kong keine Sandkaesten auf dem Spielplaetzen gibt und wir noch nicht wirklich oft am Strand waren, ist er nicht unbedingt sehr Sand-erfahren. Als erstes steckte er sich eine Hand voll Sand in den Mund und kaute vergnuegt darauf herum. Die Spucke mischte sich mit Sand und tropfte ihm als graubraune Sauce das Kinn runter und verschmierte sich im Gesicht. Ich dachte mir, na gut, das musste nun wohl sein und sobald die Sandkoerner im Mund knirschen wird er schon merken, dass es nicht schmeckt.

Er sah das anders. Warum genau soll das jetzt nicht schmecken, Mama? Der ersten Hand voll Sand folgte die zweite und als naechtes versuchte er sich dann schon den Sand mit Hilfe eines Foermchens in den Mund zu kippen. Jetzt sind wir wieder bei anderen Freunden mit Garten und Sandkasten und er hat sein Repertoire um Erde und Steine erweitert. Kleine und mittelgrosse Kieselsteine sind momentan seine Leibspeise. Ich habe ihm heute unter schaerfstem Protest seinerseits mindestens schon 30 Steine aus dem Mund geholt. Die Kroenung ist nun, dass er sich anscheinend an irgendeinem dieser Dinger die rechte untere Kante seines kaum fuenf Monate alten oberen Schneidezahns ausgehauen hat.

Und das ist ja wohl erst der Anfang dessen, was ich als Jungenmama noch so alles erleben werde.