Dienstag, 30. Dezember 2008

Weihnachtsimpressionen aus Bel Air


Denglisch

Es ist schon fast ein Jahr vergangen, seitdem wir hierher gezogen sind und es zeigen sich schon die ersten sprachlichen Nebeneffekte. Nach meinem Jahr in den USA nach dem Abi konnte ich ja kaum noch einen klaren deutschen Satz formulieren (z.B. "Ich bin fein." statt "Mir geht es gut.") und wir sind diesmal zwar nicht ganz so sprachdement, da wir untereinander ja viel Deutsch sprechen. Trotzdem hinterlaesst es Spuren, hauptsaechlich in Englisch zu kommunizieren.

M. sagte zum Beispiel gestern, dass Weihnachten nun auch schon ueber sei. "Over", also. Ja, das kann man verstehen, muss man aber nicht. Wahrscheinlich geht es uns bald so wie lieben Freunden von uns, nachdem er mehrere Jahre in New York gewohnt hatte. Was sie auf die Frage "Magst Du Tuerkenbrust?" antworten sollte, war ihr wohl nicht direkt klar. (Tuerkenbrust = Turkey breast = Putenbrust)

Mal schauen, wie lange Ihr meinen Blog noch verstehen koennt. Meine Mutter haelt ja meine Grammatik jetzt schon fuer sehr abenteuerlich.

Andere Krankenhaeuser, andere Sitten...

Gestern morgen haben M. und ich uns die Wochenbettabteilung des Matilda angeschaut. Wir hatten ja zwar dank unseres kleinen Abenteurers schon die Kinderabteilung gesehen, wollten uns aber doch noch einmal anschauen, wo wir zwei in drei Wochen oder so sein wuerden.

Das Krankenhaus ist ja sehr schick und sieht eher aus wie ein Hotel - ich hatte, glaube ich, die ledergebundene Menuekarte zum Mittag- und Abendessen bestellen schon erwaehnt - aber der Kreisssaal entspricht in den Moeglichkeiten, die man als Gebaerende hat, eher unserem Standard der 70-er. Einfach ein Bett mit Fussstuetzen und das wars. Also kein Ball, Seil, Gebaerhocker oder Roenrad, keine Wanne und auch sonst kein Schnickschnack. Einfach Beine hinter die Ohren und pressen.

Sie heben sich aber durch andere Dinge hervor. So stand in Ihrer Broschuere zum Beispiel folgendes darueber, was man denn so in seine Kliniktasche packen koennte (in dieser Reihenfolge!):
  • 3 Sets an Nachthemden
  • Kamera und Videokamera
  • Adressenliste von Freunden und Verwandten
  • Geburtsanzeigen
  • Champagner, Beer, Wein > die Liste hat 16 Punkte und es kommen noch tatsaechlich nuetzliche Dinge wie Socken oder ein StillBH. Aber die sind in der Reihenfolge viel weiter hinten und weit abgeschlagen zu dem (milchbildenden?) Champagner.
Ich werde meine Tasche also besser bald packen, denn sobald ich mal im Krankenhaus bin, werde ich sonst vor lauter Champagner wohl den Rest vergessen. Aber wenn sie einem das schon so vorschlagen, werden wir uns natuerlich daran halten.

Samstag, 27. Dezember 2008





Wir wuenschen Euch alle frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!!!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Was fuer in Tag!

Was wir heute eigentlich vorhatten:
Mit L. fruehstucken, ein wenig spielen, einkaufen gehen, Mittagsschlaf, zum South Bay Beach grillen mit Freunden und frueh heim.

Was wir tatsaechlich getan haben:
Mit L. gefruehstueckt, mit ihm zum Spielplatz gegangen und dann... dann haben wir unsere Plaene zwangsweise geaendert. L. wollte gerade wieder einmal die Tauleiter zur Rutsche hochklettern, als er kurz vor der Leiter stolperte und sich seine Schneidezaehne in die Unterlippe rammte. Zuerst sah es nicht so schlimm aus, aber es fing schnell an stark zu bluten und wir waren uns nicht sicher, ob er sich die Zaehne nicht durch die Lippe durchgeschlagen hatte, da er aussen und innen eine Wunde hatte. Wir packten also ein paar Sachen zusammen und fuhren zum Adventist, einem Krankenhaus in unserer Naehe, in die Notaufnahme. Dort bestaetigte uns der Arzt, das es tastaechlich sicherer sei, ihm die Lippe zu naehen, damit sich keine grosse Narbe bildet. Leider war mir dann gleich klar, dass das wieder eine Vollnarkose bedeuten wuerde, weil man so einem Zwerg ja nicht sagen kann, dass er mal eine halbe Stunde still halten soll.
Der "Schoenheitschirurg" organisierte uns dann einen OP im Matilda Hospital, da es im Adventist bis in den Abend keinen freien OP mehr gegeben haette. Da ich im Matilda in vier Wochen oder so auch entbinden werde, konnten wir uns so wenigstens schon einmal alles ansehen. Eine positive Einstellung ist doch alles...
L. war aber schon etwas misstrauisch , weil er sich natuerlich an seine Beschneidung erinnern kann und nicht so begeistert war davon, schon wieder in so ein Krankenhaushemdchen gesteckt zu werden. Ich war allerdings ruhiger als bei der ersten OP, weil ich ja nun schon einmal erlebt habe, dass er danach wieder wach wird und anscheinend auch nicht allergisch auf das Narkosemittel reagiert. Die 30 Minuten im Wartezimmer waren trotzdem nicht so doll. Aber wie es sich fuer ein internationales Krankenhaus in Hong Kong gehoert, lag da als einzige westliche Lektuere nicht etwa "Medi und Zini" oder das Aerzteblatt aus oder so, sondern die Vogue! Na ja, andere Laender andere Sitten.
Nach der OP wachte unser tapferer Kleiner gut auf und ass schon bald mit uns mit seinem Pflasterziegenbart zu Mittag. Er ist ganz der Sohn seiner Eltern. So krank kann er gar nicht sein, dass er nicht essen koennte.
Jetzt liegt er ganz brav im Bett und nach Weihnachten kommen die Faeden raus. Wenn es ein Elterndiplom gaebe fuer Eltern von bald Zweijaehrigen, dann koennten wir das bald machen. Wir haben jetzt schon eine geplante OP, eine Notaufnahme mit OP, zwei mal Vollnarkose, diverse Impftermine (hier in HK gibt es staendig einen Grund zu impfen) und, und, und hinter uns. So langsam kennen wir uns aus und die kleine Schwester kann kommen. Ich bin ja schon froh, dass er nicht komplett nach mir kommt. Dann haette er sich in diesem Alter naemlich schon das Schluesselbein gebrochen. Gut, dass wir uns jetzt in der Notaufnahme auskennen, auch wenn wir da so schnell nicht mehr hinmoechten.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Die Decke ist fertig!

Gestern Abend habe ich endlich die Babydecke fuer unsere kleine Maus fertig gestrickt und kann nun auch wieder bloggen. Die letzten Wochen stand ich abends immer vor der Wahl, entweder an der Decke zu stricken oder zu bloggen und die Decke hat fast immer gewonnen. Soviel zum Nestbautrieb von Hochschwangeren... Wir hatten aber auch ohne die Babydecke recht viel zu tun und dieser Text entsteht auch hauptsaechlich deswegen, weil ich seit 2 Uhr heute Nacht nicht mehr schlafen kann und mich irgendwie beschaeftigen muss. Was haben wir also in den letzten Wochen so getrieben?

M.s Eltern waren noch ein paar Tage nach meinem letzten Blog bei uns, obwohl M. leider schon fueher abreisen musste, um zu seiner MBA Graduation nach London zu fliegen. Aber wir haben uns hier gut beschaeftigt und uns weiter gemeinsam Hong Kong angeschaut.

Da ich ja bald nicht mehr viel allein unternehmen kann, habe ich gaaanz viele Kurse bei dem YWCA gebucht und einen Hong Kong-Geschichtskurs und einige Stadtfuehrungen gemacht. So konnte ich mal wieder etwas fuer mein Hirn machen, bevor es durchs Stillen dann wieder komplett zermatscht wird. Wahrscheinlich muss ich dann mit einem Schild um den Hals rumlaufen, auf dem meine Adresse steht und die Bitte, mich wieder nach Hause zu bringen.

Nebenbei habe ich hier noch verschiedene "Kindergaerten" fuer L. angeschaut, weil wir moechten, dass er wechselt, bevor die Kleine kommt. Dann ist er naeher bei uns und kann ab 2 Jahren mit dem Schulbus hinfahren. Sogar alleine... Unser kleiner grosser Kerl. Wir haben uns dann fuer das "Sunshine House" bei uns um die Ecke entschieden, in das er jetzt schon seit Anfang Dezember geht. Die machen einerseits tolle Sachen und sind sehr kreativ, andererseits sind sie aber auch ein wenig typisch chinesisch, in dem Sinne, dass sie strenger sind als das eine deutsche Krippe waere. Zum Beispiel muessen sie bei der Snack Time alle ganz brav am Tisch sitzen und nur wer Please oder etwas aehnliches sagt, bekommt auch einen Teller, Becher oder Snack. L. kann jetzt aber schon sehr schoen "Piies" sagen und findet sich eigentlich ziemlich cool.

Anfang November haben wir M.s Geburtstag gefeiert mit einer Dinnerparty fuer 12 Leute. Er hat 10 Leute eingeladen und ich konnte alles vorbereiten... Er hat dann dafuer aber wieder an dem Abend selbst alles fertig gekocht und - fuer die, die schon einmal bei uns gegessen haben - wir haben es tatsaechlich geschafft, 4 Gaenge von halb neun bis halb zwoelf zu servieren! Also nicht wieder erst den Hauptgang so gegen halb eins... Dank gebuehrt dafuer unter anderem auch dem extrem guten Rinderbratenrezept aus unserem Hochzeitskochbuch (Niedertemperaturgaren). Allen also noch einmal danke, die damals etwas dazu beigesteuert haben. Wie Ihr seht, benutzen wir es immer noch.

Nach M.s Feier hat er am Wochenende darauf sich die beiden letzten Weissheitszaehne entfernen lassen und war so naaaaa jaaaa tapfer. Ein echter Mann eben. Trotzdem konnte er aber drei Tage nach dem Termin mit mir und L. ins Krankenhaus kommen, um mir die Hand zu halten bei L.s Beschneidung. Wir hatten uns jetzt aus medizinischen Gruenden doch dafuer entschieden und ich hatte ganz schoen Bammel vor der OP unter Vollnarkose. Wer sieht schon gerne sein kleines Kind wegdaemmern, um dann warten zu muessen, bis es wieder aufwacht. Gluecklicherweise verlief die OP gut und wir konnten am gleichen Tag wieder nach Hause. Der Kleine war dann auch wirklich tapfer und beschwerte sich nur, wenn seine Windel voll war (verstaendlicherweise). Dann lief er rum und zeigte immer wieder auf seine Hose und erklaerte "Aua, dirty!".

Zwei Tage nach L.s OP kamen C. und M. an (M.s Schwester und ihr Mann) und wohnten fuer insgesamt neun Tage bei uns. Da die andere Schwester B. noch in Shanghai war (sie ziehen ja jetzt zurueck nach Deutschland), nutzte sie die Gelegenheit und kam dazu, um die Familienzusamenfuehrung komplett zu machen. So langsam werde ich als Stadtfuehrer richtig gut...

Nach dem Besuch bekam ich fuer zwei Tage die hier herumschwirrende Magen-Darm-Grippe ab, M.s Faeden wurden gezogen und wir fuhren fuer ein Wochenende nach Macao (allen in einer Woche...). Wir hatten ein Special des "Venetian" in Macao genutzt und fuhren ohne unseren kleinen Zwerg fuer eine Nacht dorthin. Zuerst war ich ganz schoen aufgeregt, weil wir ihn noch nie ueber Nacht alleine gelassen hatten, aber mir war auch recht klar, dass das wohl fuer mich schwieriger sein wuerde als fuer ihn. Ich war aber dann doch von der Moeglichkeit, einmal ausschlafen zu koennen, so begeistert, dass ich ihn weniger vermisst habe, als ich gedacht haette. Nach einer Tour durch dieses abgedrehte Hotel und einen Bummel an den venezianischen Kanaelen entlang, haben wir sogar einen Mittagsschlaf gemacht! Ja, ja, die wilden Jungeltern... Was machen sie, wenn sie endlich mal alleine sind? Ausschlafen... Eigentlich waren wir ja aber wegen der Cirque de Soleil Vorstellung da und die hatte sich auch wirklich gelohnt. Atemberaubend, was diese Artisten trotz Schwerkraft hinbekommen.

Seit dem aufregenden November haben wir es ein wenig ruhiger angehen lassen und hier erst einmal unseren von IKEA gelieferten Weihnachtsbaum geschmueckt und den Rest der Wohnung adventlich gestaltet. Man muss hier ein wenig gegensteuern, denn die Weihnachtsdekorationen in der Stadt und hier bei uns auf dem Gelaende sind teilweise abenteuerlich. Was hat denn Santa Claus zum Beispiel mit Pinguinen zu tun? Seine offizielle Adresse ist ja irgendwo am Nordpol und soweit ich gelernt habe, kommen die Pinguine doch vom Suedpol? Aber fuer jemanden, der Weihnachten bei 25 Grad feiert, reicht es wohl, dass es in beiden Gebieten kalt ist. Unsere Gebaeudeverwaltung hat sich dieses Jahr etwas ganz Tolles einfallen lassen und hat - wohl unter dem Motto "Santa Claus under Water" - den Armen lebensgross mit einer Schwimmbrille unter Weichnachstbaeume, neben Fischen, Korallen und, natuerlich, Pinguinen, auf eine Eisscholle mitten in unseren Springbrunnen gesetzt. Es geht doch nichts ueber guten Stil...

So, jetzt ist es vier Uhr und ich werde noch einmal eien Versuch unternehmen einzuschlafen, bevor meine beiden Maenner aufwachen. Morgen frueh ist naemlich Weihnachtfeier in L.s neuem Kindergarten und nach dem Mittagessen fahren wir zu seiner Abschiedsfeier in den alten Kindergarten, bevor ich dann einen Frauenarzttermin habe. Ich sollte also halbwegs wach sein.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Wochenenden in Hong Kong

Bevor ich nach Hong Kong zog, fragte mich ein eigentlich sehr weitgereister und weltoffener Kollege, was ich denn dort an den Wochenenden anstellen wollte. Da gaebe es ja nicht viel zu tun. Ich moechte hier nun mal ein wenig Werbung fuer meine momentane Heimatstadt machen, die aus wesentlich mehr als nur Einkaufszentren in Central besteht.

Am Sonntag Nachmittag waren wir zum Beispiel auf einem der hunderte von Wanderwegen, bei denen man sehr schnell in eine vogelzwitschernde, Schildkroetenbeobachtende, dschungelartige Natur kommt. Zuerst fuhren wir von hier aus mit Freunden und drei Kindern unter 3 im Bus auf den Peak und genossen wieder einmal die unfassbare Aussicht nach beiden Seiten, bevor wir uns von dort aus in den Pokfulam Country Park aufmachten. L. lief fast die Haelfte des Weges und wir spazierten ungefaehr eineinhalb Stunden den Berg runter, um am Fuss des Berges dann wieder mit dem Bus ein paar Stationen zu uns heim zu fahren. Jetzt, da es auch hier langsam Herbst wird, kann man ideal die unzaehligen Wanderwege testen, die es auf Kong Kong Island, den New Territories und den vielen Inseln gibt.

Eine andere beliebte Freizeitbeschaeftigung der Hong Konger sind Bootstouren um die Inseln. Dazu kommt eine Gruppe von Freunden zusammen und mietet sich fuer einen Tag ein Boot mit Catering, das einen dann im Laufe der Fahrt irgendwann auch noch an einem abgelegenen Strand zum Baden rauslaesst. Da wir bei dem letzten dieser "Events" leider nicht konnten, steht das immer noch auf unserer Liste. Wir koennen also so schnell nicht weg...

Was wir da auch unbedingt noch machen muessen ist die Dolphin Watching Tour, bei der man die hier unfassbarerweise noch lebenden rosanen Depfine anschauen kann. Und die Bootstouren im Hafen werden eigentlich auch nie langweilig, weil einem die Skyline immer wieder umhaut.

Natuerlich gibt es auch zig sehr interesssante Museen, durch die man sich durcharbeiten kann. Heute Nachmittag gehe ich zum Beispiel wahrscheinlich mit meinen Schwiegerelten in das Medizinische Museum, das westliche und chinesische Medizinentwicklung der letzten 150 Jahre zeigt. Mal schauen, was mein Schwiegervater als Chirurg dazu noch zu erzaehlen hat.

Oder man schaut sich die "Heritage Sites" an, die Gebaeude oder Gebiete, die es geschafft haben, dem Bagger zu entgehen und einem ein Gefuehl fuer die Geschichte Hong Kongs geben koennen. Dazu natuerlich noch Tempel und sonstige heilige Staetten. Die New Territories und Lantau bieten da immer etwas zu entdecken.

Man kann natuerlich auch immer einfach an einen der vielen Straende oder in eins der unglaublich guten Restaurants. Fast alle bieten Sunday Brunches an, nach denen man drei Tage nichts mehr essen muss. Und wenn man nicht gerade schwanger ist, auch nichts mehr trinken (All you can drink Prosecco oder Champagner....). Wenn einem ueberhaupt nichts mehr einfaellt, kann man aber, wie ja jeder erwarten wuerde, einfach die Kreditkarte zum Gluehen bringen und einkaufen, bis einem die Arme wehtun. Aber das empfiehlt sich auf die Dauer leider nicht unbedingt.

Die Liste ist nicht mal im Ansatz vollstaendig und wenn wir wirklich drei Jahre bleiben (wer weiss das schon alles bei der jetzigen Wirtschaftslage), dann wird uns hier sicherlich nicht langweilig. Wer jetzt also Lust bekommen hat, uns zu besuchen... ;-)

Carpe noctem

Manche haben sich schon zu Recht beschwert, dass wir immer noch keine Bilder hochgeladen haben und ich moechte das auch bald aendern. Aber heute kann jeder wirklich froh sein, dass er nicht sieht, in welchem Zustand ich das hier tippe. Unser kleiner 17-Monate alter "Engel" hat naemlich die letzten zwei Naechte nicht wirklich viel geschlafen und da ich sein liebster Spielgefaehrte bin, ich auch nicht. Vorgestern versackten M. und ich bei einem Grillen bei Freunden 11 Stockwerke ueber uns und machten den Fehler erst so gegen 1 Uhr nachts ins Bett zu gehen. Selber schuld, dachte sich unser Kleiner und beschaeftigte mich daraufhin von 3:40 bis 4:40 mit Wasserflasche auffuellen, rumtragen, Windel wechseln, etc. Um halb sieben morgens war aber dann natuerlich trotzdem die Nacht vorbei.

Gestern Abend waren wir dann um 22 Uhr schon so muede, dass wir nach Kofferpacken, etc. dann doch auch um 23 Uhr ins Bett gingen. Um halb zwei nachts brachte M. dann aber zu meinem Entsetzen schlaftrunken einen kleinen weinenden Kinderzimmerbewohner zu uns ins Bett, den ich dann nur noch bis viertel vor fuenf halbwegs zum Schlafen ueberreden konnte. Danach war es aus und um kurz vor sechs gab ich auf und ging mit ihm fruehstuecken. Ich konnte mich dann zwar von sieben bis neun noch einmal hinlegen, sehe aber trotzdem aus wie ein 80-jaehriger Panda und fuehle mich auch so. Wenn die Kleine in meinem Bauch keine Turnuebungen macht, macht der Grosse draussen welche. Die sind jetzt schon ein Superteam....

Freitag, 10. Oktober 2008

Ein Tag im Leben einer schwangeren Expat-Mama in Hong Kong

Unser kleiner Zwerg beendetet heute morgen um kurz nach sechs die Nacht und spielte erst noch eine Weile mit uns im Bett bevor es ihm dann zu dumm wurde und er fruehstuecken ging. Er nimmt dann meine oder M.s Hand und zieht uns aus dem Schlafzimmer raus. Da wir beide faule Hunde und keine Fruehaufsteher sind - ganz im Gegensatz zu unserem kleinen Monster - haben wir ihn heute morgen von unserer Perle fuettern lassen und der Papa hat danach noch mit ihm gespielt.

Um neun haben unsere Hilfe, der Kleine und ich mit Sack und Pack das Haus verlassen, weil sein Kindergarten im Victoria Park in Causeway Bay ein Picknick veranstaltete. Nachdem es die letzten Tage schon ein wenig kuehler geworden war (nur noch so 26 Grad), brannte heute die Sonne leider wieder ziemlich runter und wir brutzelten schnell vor uns hin. Aber ich war ja vorbereitet und wir hatten nicht nur fuer L. genug Wasser dabei, sondern die kugelige Mama hatte sich auch eine Flasche mit Wasser und Saft mitgenommen. Im Taxi ploppte leider der Deckel ab und meine Tasche wurde komplett ueberflutet. Wir konnten gerade noch mein Handy retten und dem Fahrer war es gluecklicherweise egal, dass er klatschnasse Scheine in die Hand gedrueckt bekam.

Im Park trafen wir dann ungefaehr hundertzwanzig hauptsaechlich chinesische Kinder unter drei mitsamt Helfern und teilweise den dazugehoerigen Mamas und Papas. Alle mit Kameras, ausser mir (ja, ja, die Schwangerschaftsdemenz...). Innerhalb weniger Minuten auf dem Spielplatz tropften wir alle froehlich in der Gegend rum und hatten die letzten Rentner verjagt, die gedacht hatten, dort in Ruhe Tai Chi machen zu koennen.

Wir sangen dann noch ein paar Lieder, teilten unsere Snacks (der Kleine war ueber und ueber mit Schokolade bekleckert) und bevor wir dann noch ein paar Spiele spielen konnten, gaben wir auf und schleppten den Kleinen heim. Im Taxi schlief er schon ein und wachte nicht einmal auf, als ich ihn zu Hause ins Bett legte.

Nach einem kurzen Mittagessen zu Hause, packte unsere Perle L. ein uns fuhr mit ihm wieder zum Kindergarten fuer zwei Stunden. Ich hatte in der Zwischenzeit einen Termin beim Arzt fuer ihn gemacht, weil er immer noch ein wenig hustete und mich endlich durchgerungen, einen Termin fuer seine Beschneidung zu machen (wahrscheinlich schreibe ich dazu spaeter mehr). Nach einer Stunde ging ich runter zur Lobby und traf mich mit zwei Maedels, um wieder in die Stadt in den China Tea Club zum High Tea zu fahren. Wir hatten das schon vor Wochen verabredet, weil die vierte im Bunde da unbedingt vor ihrer Entbindung noch hin wollte. Auf dem Weg teilte sie uns aber leider mit, dass sie statt auf dem Weg zu uns so gut wie auf dem Weg ins Krankenhaus war. Aber da hier ja fast jeder entweder frisch entbunden oder schwanger ist, kann sowas dann schon mal vorkommen....

Unsere immer noch recht Hong Kong-fremde Hilfe fand dann gluecklicherweise den Weg vom Kindergarten zum Restaurant und brachte mir L., der nach einem halben Muffin und zwei Keksen mit mir dann direkt zum Arzt aufbrach. Dort spielte er erst in Ruhe, um dann der Aerztin zu zeigen, wie laut er doch schon schreien kann, als sie versuchte, seinen Brustkorb abzuhoeren. Er erinnerte sich wohl an die letzte Impfung und war nicht sehr beeindruckt, da nun wieder hin zu muessen.

Danach versuchte ich mit ihm auf dem Arm zur Feierabendzeit in Central ein Taxi zu bekommen und das ist schon ungefaehr so, wie man sich das aus New York vorstellt, nur dass man hier nicht alte Damen umschubsen muss, um eins zu bekommen. Man muss nur sehr, sehr lange warten. Da Warten nicht unbedingt die Staerke des 17-Monate-alten auf meinem Arm ist, entschied ich mich dafuer, die Strasse entlang zu laufen und eins anzuhalten. Im naechsten Stadtviertel fand ich dann endgueltig ein freies Taxi, bei dem sich leider nach kurzer Zeit rausstellte, dass er keine Ahnung hatte, wo ich hinwollte oder wie man da hinkam. Wir bemerkten das dummerweise erst, als er schon an einer wichtigen Kreuzung vorbeigefahren war und ich ihn dann durch ein Strassengewirr aus Einbahnstrassen navigieren musste, um auf eine Parallelroute zu kommen. Ich muss mir jetzt endlich einen Spickzettel fuer meine Kantonesichvokabeln schreiben, weil mir genau in solchen Momenten die richtigen Worte nicht einfallen und genau solche Taxifahrer dann kaum englisch verstehen. Aber immerhin war er nett und es war ihm furchtbar peinlich, dass wir so in der Gegend rumkurven mussten. L. hielt ihn aber freundlicherweise mit Lippenpupsen auf meinem Arm bei Laune und spielte da die Tonleiter hoch und runter.

Jetzt ist es schon halb zwoelf und ich habe L. ins Bett gebracht, zu Abend gegessen, geskypt und meinem Maedel im Bauch bei der Gymnastik zugeschaut. Jetzt gehe ich langsam ins Bett und freue mich auf morgen, denn mir geht es hier gerade richtig gut.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Die Blaetter fallen auf kantonesisch

Wo waren wir? Mein Nestbautrieb hat zugeschlagen und ich war beschaeftigt damit, eine Babydecke zu stricken (noch nicht fertig), eine Kinderzimmerwand mit Fischen und einem Boot zu bemalen, das Dilemma eines guenstigen fahrbaren Babysitzes fuer Hong Kong zu loesen, eine Babyshower fuer eine Freundin zu organisieren und nicht zuletzt damit, meinen Schwiegereltern Hong Kong zu zeigen.

Ausserdem habe ich einen Einsteigerkurs in Kantonesisch besucht und kann mittlerweile Dim Sum im Restaurant auf kantonesisch bestellen. Aber nur zwei Sorten, am Rest arbeite ich noch.... Zusaetzlich kann ich dem Taxifahrer sagen, dass er bitte hier stoppen soll (Ni dou ting, mg goi). Das verstehen die meisten zwar auch auf englisch, aber es macht mehr Spass so.
Mein Experiment auf dem Markt auf kantonesisch nach dem Preis zu fragen, war nur halbwegs erfolgreich. Ich habe zwar brav "Ni goh gei doh chin a?"gefragt, aber als Antwort bekam ich den Preis leider nicht auf kantonesisch (das war die Aufgabe, zum Ueben, ob man das dann auch verstehen wuerde), sondern der Typ antwortete einfach "Fourty". Hatte wohl keine Lust auf eine radebrechende Langase... Manche tippen es auch schnell in ihre riesen Taschenrechner und halten einem die Zahl hin. Zum zweiten Teil meines einstudierten Dialogen, bei dem ich dann einen Betrag nenne und frage, ob es nicht auch guenstiger geht, bin ich noch nie gekommen. Aber man handelt hier eh nicht so wie in China. Man kann hoechstens 168 Dollar auf 160 runterhandeln, aber nicht 320 auf 60 oder so.

Kantonesisch kann L. noch nicht, aber manche Woerter kann er jetzt auf englisch (und dafuer dann aber nicht auf deutsch). Unsere Maid hat ihm beigebracht, bei jeder Windel, die er sieht, "Ditty" (dirty) zu sagen und die Nase zu ruempfen. Ausserdem hat er sich letztens selbst gelobt und sich "Goodboy" genannt. Zu dem seltsamsten Woertern, die er nun kann, gehoert "Oppall" fuer Unfall, weil sein Freund E. das immer sagt, wenn die beiden Boxauto fahren und aneinander stossen. Jetzt knallt er immer mit seinem Bobbycar an die Moebel und schreit "Oppall".

Ach, und das Wetter hat sich endlich geaendert und wir haben Herbst. Sooo schoen, endlich mal nicht schon klatschnass geschwitzt zu sein, sobald man in aus dem Haus tritt. L. hatte letzte Woche zum ersten Mal in fuenf Monaten Socken an und beschaute nur immer sehr interessiert seine Fuesse. Ein echtes Schoenwetterkind...

Dienstag, 16. September 2008

Wann wird"s mal wieder richtig Herbst?

Gestern war der heisseste Tag nach dem "Midautumn Festival" seit 123 Jahren. Eigentlich laeutet die Feier den Herbst ein, aber diesmal wollte der Sommer wohl nicht gehen und wir haben immer noch 33 Grad - seit Mai!

Der chinesische Sankt Martin ist eine Dame und heisst Chang'e. Sie trank einen Unsterblichkeitstrank, der ihr erlaubt haette, in den Himmel aufzusteigen. Aus Liebeskummer blieb sie aber auf dem Mond in der Naehe der Erde und jeden Herbst, wenn man den Mond besonders klar und gross sehen kann, gedenkt man ihr. Einmal, indem man runde Mondkuchen mit seltsamen Fuellungen isst und indem man dem Mond Konkurrenz macht und die Nacht mit Laternen erleuchtet. Die Mondkuchen sind eigentlich mit einer Lotus- und Rote Bohnenpaste gefuellt, mit einem gesalzenen Eigelb in der Mitte, das den Mond darstellen soll. Da das aber selbst den Chinesen nicht wirklich schmeckt, erfinden alle Konditoren jedes Jahr neue Geschmackrichtungen: Sesam, Trueffel, Vanille, Gruener Tee, Huehnerfuesse....

Den Konditoren in Hong Kong kann man wenigsten auch trauen, dass da wirklich nur das drin steckt was drauf steht. Nicht so wie in China... Mann, koennte ich mich ueber diesen Babymilchskandal aufregen! Wie Firmen solche Sachen monatelang vertuschen koennen... Ja, wir haben ja alle verstanden, dass in China Manchester-Kapitalismus herrscht und vielleicht sind sie in hundert Jahren ja auch so weit wie England und haben Arbeiterrechte und von mir aus auch Gewerkschaften. Aber die Kosten zu senken, indem man die Mitarbeiter mehr arbeiten laesst, ist eine Sache, aber gleichzeitig auch noch keinerlei Qualitaetsstandards oder Skrupel zu haben...

Montag, 1. September 2008

Vermischtes

L. schlaeft und ich warte darauf, dass mich die Arztpraxis anruft und mir mitteilt, wann ich kommen soll. Ich habe zwar einen Termin um 12:30, aber da mein Arzt Belegbetten im Krankenhaus hat, wirft natuerlich jede Geburt den Plan komplett durcheinander. Aber ich bin ja froh, dass er das macht und vertreibe mir die Zeit mit Zeitung lesen.

Zwei Artikel haben mich heute besonders beschaeftigt. Zuerst vielleicht das Makabere und dann das Positive, damit mein Blog nicht so negativ endet. Das Makabere bezieht sich auf eine Bande, die gefasst wurde, weil sie in China mehr als 10 Menschen (meistens alte, alleinlebende oder geistig zurueckgebliebene - nicht, dass ich das irgendwie gleichsetzen moechte) getoetet und dann die Leichen verkauft haben soll. In China ist es traditionell sehr wichtig, Tote zu begraben, da eine Zerstoerung des Koerpers den Geist daran hindert, unversehrt ins Jenseits zu kommen. Da der traditionelle Glaube ja besagt, dass diese Geister den Lebenden Gutes tun und sie beschuetzen koennen, hat natuerlich eigentlich keiner ein Interesse daran, den Schutz durch Uroma oder -opa aufs Spiel zu setzen. Die Geister werden ja unter anderem auch mit den verschiedenen Papieropfergaben bei Laune gehalten (siehe Handys, Autos, Maids, Geliebte, etc.). Da China aber unglaublich viele Einwohner hat und man das Land entweder fuer absurde Baumassnahmen, Staudaemme oder Landwirtschaft braucht, wurde die Erdbestattung in den 5o-iger Jahren offiziell verboten.

Reiche Chinesen - und davon gibt es ja Tag fuer Tag mehr - haben nun aber einen Trick gefunden, wie sie den offiziellen Feuerbestattungszwang erfuellen und trotzdem ihre Ahnen heil ins Jenseits befoerden koennen. Sie kaufen sich eine Leiche bei einer dieser Banden und die wird dann feuerbestattet. Die Echte kann dann in aller Ruhe erdbestattet werden.

So und nun was Optimistisches: ein Professor fuer Umweltstudien in Hong Kong ist der Meinung, dass mit dem Praesidentenwechsel in den USA auch definitiv wieder ein Wandel Richtung Umweltschutz kommt, wie er in Kalifornien ja schon zu beobachten ist. Er glaubt, dass man irgendwann die Aera Busch nur noch als eine kleine Pause in der Umweltschutzfuehrerschaft der USA betrachen wird. Na ja, Fuehrerschaft? Kennt er Europa? Aber wenn sie sich da nach vorne arbeiten wollen, dann sollen sie das gerne machen. Das waere doch was. Jetzt hoffen wir mal, dass die Republikaner mit ihrer robbenschiessenden Vizepraesidentenkandidatin nicht gewinnen.

So, jetzt fahre ich so langsam los. L. wurde mittlerweile auch wach und wir waren kurz draussen in der schwuelheissen Waschkueche. Er hat mir erst seine Schuhe gebracht, dann meine und dann meine Handtasche. Das habe ich mal als Zeichen gesehen, dass er rauswollte und deswegen waren wir fuer 20 Minuten spazieren.

Urlaub zu viert

Vorletzte Woche flogen M., L. und ich in den ersten gemeinsamen Urlaub seit Februar vor der Geburt unseres Zwerges. Am Tag vor der Abreise gingen M. und ich gemeinsam zu meinem netten indischen Frauenarzt und versuchten mit Hilfe seines tollen 3D-Ultraschalls das Geschlecht unseres nun schon 17cm grossen Geschwisterchens festzustellen. Nachdem er uns einen Vortrag darueber gehalten hatte, warum man in Indien und China sich immer einen Jungen wuenscht, bestaetigte er uns zu 100% dass wir wohl ein Maedchen bekommen wuerden. Jawoll!! Ein Junge und ein Maedchen waere schon perfekt, aber ich lasse mir das sicherheitshaber morgen noch einmal bestaetigen. L. war schliesslich auch bis zur 24. Woche ein Maedchen und da haben wir noch drei Wochen bis dahin.

No more Olympia

Heute lass ich in der Zeitung, dass in Peking waehrend der Olympischen Spiele einige Auslaender festgenommen wurden, weil sie angeblich Passanten auf der Strasse bestohlen haben sollen. Der letzte Satz des vierzeiligen Artikels versicherte dann, dass sie aber keineswegs so effizient wie die einheimischen Taschendiebe gewesen seien. Die Chinesen sind also sogar stolz darauf, die besten Taschendiebe zu haben! Mein Gott, bin ich froh, dass die Olympischen Spiele vorbei sind.

Samstag, 9. August 2008

Babytalk

Unser Kleiner wird gross und plappert nun schon ein wenig. Heute hat er einem Maedchen unten auf dem Spielplatz einen seiner Kekse abgegeben und hat dabei deutlich 'Dan-ke' gesagt. Na gut, 'Bitte' waere zwar passender gewesen, aber da wollen wir mal nicht so sein. Dazu nickt er immer ganz wichtig. 'P-te' kann er zwar auch, aber das kommt auch nie im richtigen Moment. Das lernen wir noch.

Vorgestern hat er morgens noch vor meinem Fruehstueck seine Schuhe genommen und ist damit zur Tuer. Dann hat er mir meine Schuhe gebracht, ist wieder zur Tuer und meinte nur 'Bye Bye', waehrend er winkte. Klarer haette er es mir wohl nicht sagen koennen, dass wir nun gefaelligst rausgehen sollten.

Was kann er noch? Er gibt mir seine Flasche oder zeigt mir sein Essensschaelchen und piepst 'all' wenn alles leer ist. Mir ist vorher garnicht aufgefallen, dass ich dann doch so viel pfaelzisch spreche und selbst immer 'all' sage statt 'leer', aber so scheint es wohl zu sein. Ausserdem scheine ich immer mit meinem Zeigefinger zu wackeln und 'Neinneinnein' zu sagen, wenn ich etwas verbiete. Jetzt bekomme ich immer mit seinem ganzen Babyarm vor dem Gesicht gewackelt und gezeigt, dass er weiss, was er alles nicht darf. Machen, tut er es dann aber oft trotzdem...

Dienstag, 5. August 2008

Ungeziefer und Tropenstuerme

M. ist zu Hause weil heute T8 Warnung ausgesprochen wurde. Das bedeutet eine Typhoonwarnung mit Windgeschwindigkeiten von 65 bis 115 km pro Stunde. Eine Stufe 8 legt das allgemeine Leben lahm und keiner geht zur Arbeit oder in den Kindergarten. Deswegen sind beide Maenner hier und wir beobachten aus unseren grossen Fenstern im 28.Stock das Treiben vor der Tuer. M. behauptet, er spuere das Haus wackeln, aber ich merke nichts. Wahrscheinlich steckt ihm noch das Erdbeben von seiner Japanreise in den Knochen.

Vorgestern nacht fuehlten wir uns so langsam als echte Tropenbewohner. Wir hatten unsere erste (und gegen alle Wahrscheinlichkeit hoffe ich, auch die letzte) Kakerlake! EKELHAFT!
Ich hatte tagsueber unseren 50-er Jahre Kuehlschrank geoeffnet, der es entegen der Planung leider mit nach Hongkong geschafft hatte und nun so langsam vor sich hinrostete. Um ihn zu retten, hatten wir ihn vom Balkon in die Wohnung geholt und dabei gemerkt, dass innen drin lauter schwarze Streifen waren, als ob ein kleiner Vogel oder aehnliches hingemacht haette. Tiere haben wir aber keine gesehen. Als ich ihn nun im Wohnzimmer oeffnete, um zu schauen, wie wir ihn reinigen koennten, starrte ich nur auf eine daumenlange Kakerlake, die schnell in die hinterste Ecke fluechtete. Ich konnte nicht anders, als schnell die Tuer zuzuschlagen und zu verdraengen, dass ich das gerade gesehen hatte. Sehr erwachsen, ich weiss. Aber mir standen die Haare zu Berge, weil ich das Viech so eklig fand und ich konnte mich nicht allein darum kuemmern.

Als M. abends von einem Geschaeftsessen zu Hause war, erwaehnte ich es beilaeufig (ich hatte es wirklich sehr gut verdraengt) und obwohl es schon nach zwoelf war, sprang er sofort auf und wollte etwas unternehmen, da er (leider zu Recht) annahm, dass diese Tuer das Tier nicht aufhalten wuerde. Und tatsaechlich huschte die Kakerlake auch direkt ueber den Wohnzimmerboden, als er das Licht anmachte. Was dann folgte, war ein Kampf mit dem Staubsauger, einer Schere, Insektenvernichtungsmittel und dem Kuehlschrank, den er schnell wieder auf den Balkon schleppte. Unterbrochen wurde das alles von einer panischen Schwangeren, die schrie, als sich ein Blatt von einer unserer Pflanzen loeste (es haette ja ein Tier sein koennen) und einem mittlerweile auch schreienden Baby. Das ging bis halb zwei und als unsere Perle am naechsten Morgen ins Wohnzimmer kam, nahm sie an, wir haetten in ihrer Abwesenheit die Bude demolieren wollen. Natuerlich hat sie sich kaputt gelacht, wie man sich wegen sioetwas so anstellen kann und hat gleich einmal fachmaennisch den Kuehlschrank inspiziert. Anscheinend war es nur eine und es handelt sich bei den Strichen nicht um Kakerlakenkot. Keine Ahnung, was es nun wirklich ist. Der Kuehlschrank ist nun wieder auf dem Balkon und wir kontemplieren immer noch, was mit ihm geschehen soll.

Dienstag, 22. Juli 2008

Aus drei mach vier

Wenn mich Leute auf der Strasse so sehen, denken sie sich momentan wahrscheinlich 'Entweder haette sie weniger Kuchen essen sollen oder sie ist schwanger. ' Nun ja, soviel Kuchen war das garnicht und der Bauch ist eher so dick, weil da schon in der 15.Woche ein neuer kleiner Zwerg drin ist und jeden Tag waechst. Wir vergroessern unsere Familie und werden hoffentlich ab Mitte Januar zu viert sein.

Auf Empfehlung meiner (fast alle auch schwangeren) Freundinnen hier, gehe ich zu einem sehr netten indischen Arzt in Admiralty. L. ist bei jedem Besuch dabei und flirtet mit den Arztherlferinnen, indem er seine besten Tricks vorfuehrt. Winken, Bellen wie ein Chihuaha auf Speed und quer durch den Wartesaal laufen, wie ein kleiner betrunkener Affe.

Nachdem es mir zuerst nicht wirklich gut ging und ich haeufig bis halb drei nachmittags nichts essen konnte oder rausgehen, bin ich jetzt endlich im zweiten Trimester und mir geht es prima. Na ja Schwangeren-prima... irgendwas zwickt da ja immer.

Roentgengewitter

Hier dreht das Wetter nun voellig auf und ich kann langsam verstehen, warum fast jeder Expat hier im Juli und August 6 bis 8 Wochen nach Hause faehrt. Bevor die Hitzewelle startete, in der wir jetzt stecken, reagierte sich der Himmel noch einmal komplett ab. Eine Nacht lang hatten wir so ein unglaubliches Gewitter, dass jeder Blitz das Zimmer komplett ausleuchtete. Selbst wenn man die Augen zuhatte, erschien alles noch komplett weiss bei jedem Blitz. Ich schwoere, dass ich meine eigene Netzhaut sehen konnte. M. stellte sich bei einem Blitz ans Fenster, weil er irgendwie annahm, man koenne den Blitz am Himmel verfolgen, so wie bei den Gewittern, die wir so gewoehnt sind. Aber als es das naechste Mal blitzte, erstrahlte der ganze Raum in weiss und er wurde so geblendet, dass man fast seine Knochen durchsehen konnte. Ich bin dann nach einer Weile erst eingeschlafen, als ich mir endlich eine Schlafmaske uebergezogen hatte.

Jetzt ist es so heiss, dass wir Weiber uns eigentlich nur noch im Pool aufhalten wollten bis zum Hals im Wasser. Mein Zweg hat allerding einen anderen Plan und so renne ich eigentlich nur hinter ihm her um den Pool herum und darf ab und zu mal meinen Fuss ins lauwarme Wasser stecken. Na ja, besser als nix.

Montag, 14. Juli 2008

Das dicke Ende

Unsere Maid ist unten mit L. auf dem Weg zum Spielplatz und was mache ich? Laufe nervoes auf und ab und esse Eis. Die ganze Sache mit der Maid wird wohl so auf ungefaehr 5 Kilo Uebergewicht hinauslaufen, wenn ich mich nicht bald daran gewoehne, dass ich nicht mehr den ganzen Tag alleine fuer ihn verantwortlich bin. Sie macht das prima und er weinte nur ein wenig als er mitbekam, dass ich nicht mitkam. Natuerlich weiss ich, dass er sich im Aufzug schon wieder beruhigt hat, aber es ist trotzdem schwierig...

Sonntag, 13. Juli 2008

Fertig gereist

Wir sind wieder heil in Hong Kong gelandet uns seit drei Tage ist nun auch unsere Maid bei uns. Sie wirbelt gerade hinter mir rum, der Zwerg schlaeft und ich halte mich wach, damit ich heute Nach nicht wieder vier Stunden lang wach liege. So richtig haben wir beide den Jet Lag noch nicht verkraftet. Immerhin war der Flug wesentlich besser als die beiden ersten mit dem kleinen Grossen und auch wenn ich das nicht zu meiner Lieblingsbeschaeftigung machen moechte, war es diesmal zu ertragen. M. hatte uns ja ein Upgrade spendiert und somit konnten wir unseren Sitz wenigstens weit nacht hinten lehnen und sassen nicht wieder so gequetscht. Ich weiss schon, dass ich hier auf hohem Niveau jammere, aber ich finde Economy alleine mit so einem Zwerg ist der absolute Horror. Bis endlich das Licht aus war, war es schon so gegen 22:00 abends und L. komplett fertig. Trotzdem musste ich ihn aber noch recht lange den Gang auf und ab tragen, bis er endlich zur Ruhe fand, nicht ohne kurz vorher noch einmal recht geruchsintensiv in die Windel zu machen. Vor die Wahl gestellt, einen schreienden L. auf der Toilette zu wickeln und ihn dann noch einmal eine Stunde in den Schlaf zu wiegen oder den Geruch zu ertragen entschied ich mich fuer letzteres. So lag ich also neben einem stinkenden Buendel Kind und einem schnarchenden Chinesen und doeste immerhin drei Stunden vor mich hin.

Unsere Zeit in Muenchen, Italien, Rockenhausen, Bad Kreuznach, Muenchen und wieder Bad Kreuznach war trotz Erkaeltung sehr schoen und vor allem die sechs Grosseltern zerrissen sich fast fuer L. und mich. Lieblingsessen wurden gekocht, ich durfte Mittagsschlaf machen, wir machten Ausfluege, der Kleine wurde 24 Stunden beschaeftigt und alles in allem waren alle sehr froh, ihn zu sehen und mich vielleicht ein wenig auch. L. fand es alles toll und wuerde sicherlich gerne bald wieder die Grosseltern besuchen fliegen. Aber so schnell werden wir nun wohl erst einmal nicht wieder nach Deutschland kommen. Dafuer kommen ja aber die Grosseltern zu uns...

Samstag, 5. Juli 2008

Auf Reisen Teil 3

Noch ein Nachtrag zum Thema Essen: Letzte Woche war ich meine fleissige Freundin K. in G. besuchen. Die vier Kinder (drei von ihr und mein Zwerg) spielten im Garten und L. baggerte froehlich im Sandkasten rum. Da es in Hong Kong keine Sandkaesten auf dem Spielplaetzen gibt und wir noch nicht wirklich oft am Strand waren, ist er nicht unbedingt sehr Sand-erfahren. Als erstes steckte er sich eine Hand voll Sand in den Mund und kaute vergnuegt darauf herum. Die Spucke mischte sich mit Sand und tropfte ihm als graubraune Sauce das Kinn runter und verschmierte sich im Gesicht. Ich dachte mir, na gut, das musste nun wohl sein und sobald die Sandkoerner im Mund knirschen wird er schon merken, dass es nicht schmeckt.

Er sah das anders. Warum genau soll das jetzt nicht schmecken, Mama? Der ersten Hand voll Sand folgte die zweite und als naechtes versuchte er sich dann schon den Sand mit Hilfe eines Foermchens in den Mund zu kippen. Jetzt sind wir wieder bei anderen Freunden mit Garten und Sandkasten und er hat sein Repertoire um Erde und Steine erweitert. Kleine und mittelgrosse Kieselsteine sind momentan seine Leibspeise. Ich habe ihm heute unter schaerfstem Protest seinerseits mindestens schon 30 Steine aus dem Mund geholt. Die Kroenung ist nun, dass er sich anscheinend an irgendeinem dieser Dinger die rechte untere Kante seines kaum fuenf Monate alten oberen Schneidezahns ausgehauen hat.

Und das ist ja wohl erst der Anfang dessen, was ich als Jungenmama noch so alles erleben werde.

Montag, 30. Juni 2008

Auf Reisen Teil 2

Bevor wir aus Hong Kong wegflogen sagte ich dort noch zu einer Mutter, nachdem L. sich ein Stueck Kuchen statt des Kinderkekes vom Kaffeetisch geklaut hatte, dass er in Deutschland wenigstens wieder gesuender essen wuerde. Ich hatte Vorstellungen von frischem Gemuese selbstgekocht zum Mittagessen und Vollkornbrot und Dinkelkeksen.

Pustekuchen! Ich komme nicht wirklich zum Kochen und die sechs Grosseltern tun alles in ihrer Macht, dieses Kind von Grund auf zu verderben. Das Privileg der Grosseltern... Er hat nun schon (nicht zwingend in der Reihenfolge) Leberknoedel, Bratwurst, Saumagen, Bratkartoffeln, Eis, Marmeladenbroetchen und Kuchen gegessen und was weiss ich, was er noch gefuttert hat, wenn ich nicht aufgepasst habe. Wenn er nicht so ein duenner Hering waere, haette ich mich schon laengst dazwischengeworfen. Nun entschuldige ich es immer, dass er ja dann in Hong Kong wieder gesund essen wird. Mal schauen, ob das dann besser klappt...

Freitag, 27. Juni 2008

Auf Reisen Teil 1

Wir sind weder untergetaucht, noch mussten wir uns verstecken, auch wenn das vielleicht aufgrund der Blogpause den Anschein hat: nein, wir sind auf Heimaturlaub.

Seit dem Freitag den Dreizehnten sind wir unterwegs, erst zu dritt und nun nur noch der Zwerg und ich. Vorher war es erwartungsgemaess hektisch, weil M. fast 10 Tage auf Geschaeftsreise war und wir in kurzen Umpackpausen noch schnell alles Moegliche fuer Deutschland und Italien vorbereiten mussten. Am Wochenende vor unserer Abreise weinte Hong Kong bittere Traenen (wegen uns?) und wir hatten die ersten "Black Rain" Warnung unseres kurzen Aufenthalts. Es regnete tagelang so stark, dass es am Samstag den Haengen und Baeumen dann endgueltig zu viel wurde und sie sich massenweise in die Tiefe stuerzten. Ausserdem zeigte uns das Wasser, dass Landgewinnung zwar anscheinend das beliebteste Hobby der Hong Kong Bewohner nach Gluecksspiel ist, dass es aber auch umgekehrt geht. Wan Chai stand huefthoch unter Wasser und generell brach fast der gesamte Verkeht zusammen. Leider hatten wir zwar den Regen, nicht aber die Warnung mitbekommen und so hatte sich M. Samstag frueh auf den Weg gemacht, um seine Faeden ziehen zu lassen. Er brauchte fuer die 15 min mit dem Taxi anderthalb Stunden, um dann nach der Ankunft in Kowloon festzustellen, dass der Termin abgesagt worden war wegen des Wetters.

Der Flug nach Muenchen war extrem bescheiden, weil mein kleiner Mann nur im Vierzigminutentakt schlief (und das auch nur auf mir) und dazwischen schrie wie am Spiess. Ich kam mir vor wie in einer Albtraumversion von "Taeglich gruesst das Murmeltier". Immer wenn ich auf die Uhr sah und erwartete, dass doch nun bitte eine Stunde vergangen sein muesse, waren es nur 10 Minuten. 72 mal... Ich hatte nach dem Nachtflug insgesamt eine halbe Stunde geschlafen und blickte bei unserer Ankunft um halb sechs Uhr morgens dem Tag recht verschlafen entgegen.

Auf der Autobahn erstaunte uns das viele Gruen - das hatten wir schon fast vergessen. M. und ich ermahnten und gegenseitig, immer mal wieder auf den Asphalt zu schauen, um keine Gruenvergiftung zu bekommen vor lauter Entwoehnung. Ausserdem fiel uns auf, dass man in Muenchen anscheinend laaaange nicht so einen guten Geschmack hat wie in Hong Kong: so wenig Gold ueberall...

Dienstag, 3. Juni 2008

Was Muetter so alles tun...


L. schlaeft und meine Pizza ist im Ofen, also nutze ich die Zeit, um Euch schnell zu erzaehlen, wie wir heute den Vormittag verbracht haben. K. hatte mir gestern erzaehlt, dass es angeblich in einem Car Park in Central einen Spielzeug-Verkauf geben sollte, der morgens um 8:30 anfing. 

Da mussten wir natuerlich hin! Ich packte also den Zwerg in den Carrier und wir fuhren zu der Adresse. Dort wusste keiner Bescheid und wir wanderten mit ein paar Mit-Mamis durch das gesamte Parkhaus und fragten immer nur alle, die uns entgegenkamen "Toy Sale? Car Park?". Nach einer Weile fanden wir dann eine Ecke in dem Parkhaus, in dem sich dutzende Pappkartons stapelten und Muetter sich um Spielzeug balgten. Dazu regnete es noch in Stroemen und in dem Parkhaus war eine Luftfeuchtigkeit wie in einem Dampfgarer. K. und ich ergatterten dann unter anderem eine Kugelbahn, Steckbaukloetze, Holzpuzzel und noch anderen Kleinkram fuer insgesamt 20 Euro. Wir verpackten alles in zwei Pappkisten und versuchten uns auf den Heimweg zu machen. An den Bus war mit zwei Babies und dem ganzen Kram nicht zu denken, also versuchte ich ein Taxi zu bekommen, waehrend K. mit ihrem Sohn in dem Parkhaus unsere Kisten bewachte. 

Da es regnete, dauerte es 20 min, bis ich ein Taxi bekam und der wollte mich dann eigentlich nicht fahren, weil er ein Kowloon-Taxi war und sich auf der Insel nicht auskannte. Als ich ihm dann noch erklaerte, er solle mich ins Parkhaus fahren, hielt er mich wohl fuer total verrueckt. Wer nimmt sich auch ein Taxi auf der Strasse, um sich dann in der Parkhaus nebendran fahren zu lassen?

Waehrend der Fahrt erklaerten wir ihm (der hauptsaechlich Kantonesich sprach) auf Englisch und Mandarin wo er lang fahren sollte, waehrend er bei jeder unpassenden Gelegenheit damit beschaeftigt war, sein Auto von innen mit Glasreiniger zu saeubern. Es war sehr seltsam...

Montag, 2. Juni 2008

Die Familie ist krank...


M. sitzt hier neben mir mit einer dicken Backe und arbeitet von zu Hause, weil er sich immer noch von seiner Weissheitszahn OP erholt und L. wacht nachts regelmaessig auf und weint, weil er einen fiesen Schnupfen und Husten hat. Den hat er von mir, denn ich hatte vorletzte Woche eine Ohrinfektion, die ich idealerweise mit einer Magen-Darm-Grippe kombinierte. Und dazwischen bekamen wir noch zwei Mal fuer drei Tage Besuch von lieben Freunden aus Deutschland. Deswegen sind wir blog-technisch ein wenig untergetaucht. 

So ungefaehr vor zehn Tagen ist hier nun wirklich Sommer geworden. Nicht, dass es vorher kuehl gewesen waere, aber nun ist es HEISS. Jeden Tag ungefaehr 30 Grad und mind. 90% Luftfeuchtigkeit. Dabei scheint nicht immer die Sonne, aber das ist nur Tarnung. Man denkt als Westeuropaeer, dass es bei bedecktem Himmel vielleicht ein wenig kuehler waere oder zumindest nach einem Regenschauer abkuehlt, aber es ist trotzdem so als ob man in eine Wand aus Pudding laeuft, sobald man aus der Tuer tritt. 

Sonntag, 18. Mai 2008

Die Alleserledigerin und ihre Laster


Nachdem ich ja vor Kurzem ein wenig gejammert habe, dass ich mich ohne Job ein wenig schwer tue, mich zu definieren, kommt nun die Entwarnung (voruebergehend...). Ich bin naemlich die Alleserledigerin.

Letzte Woche war M. wieder einmal weg (erst in Australien und dann Singapore) und ich nutzte die Zeit, um einfach ALLES zu erledigen. Ich telefonierte mehrfach mit unserem Telefonanbieter, um endlich eine richtige Telefonrechnung zu erhalten - die kommt nun schon den zweiten Monat falsch und langsam kenne ich mich da aus; trabte mit L. auf der Brust zu Ikea, um eine Vorratskiste fuer unsere Maid umzutauschen, ihr Bettwaesche etc. zu kaufen, eine Schranktuer umzutauschen und den Transport zu organisieren; telefonierte mehrfach mit unserem Tischlieferanten, um dann nach vier Anrufen bei DHL Asien die richtige Ansprechpartnerin fuer die Lieferung vom Flughafen hierher zu erhalten und kaufte noch einen Schrank fuer unseren Flur im Horizon Plaza ( 28 Stockwerke voller Moebelgeschaefte).... Dazwischen schmiss ich den Haushalt und liess den Trockner nun schon zum zweiten Mal reparieren. Bei dem war ein Teil gebrochen und hatte einen Kurzschluss ausgeloest, der mir dann den Kuehlschrank lahmlegte. Bei den Temperaturen hier ist das nicht zu empfehlen.

Und was meine ich nun mit meinen Lastern? Echte Laster, meine ich... Die mit den Raedern dran...

Es war naemlich alles andere als einfach, unseren Tisch zu erhalten und ihn dann auch auspacken zu duerfen. Nach (ungelogen) mehr als 10 Telefonaten mit der begriffsstutzigen Dame von DHL, die mich alleine 4 Mal anrief, um zu bestaetigen, wo wir wohnten, konnten wir uns dann auf einen Liefertermin einigen. 
Ein Auszug: "So you live in Tower 1, right?!" "No, we live in Tower 6." "OK. thank you."  Fuenf Minuten spaeter rief sie wieder an "So you live in Tower 1, right?!" "Nooooo, TOWER 6!" "OK, thank you." Fuenf Minuten spaeter: "So there is only one building an it is number 1, right?! " Noooooooo....!"   Ich war also schon vor der Lieferung kurz vorm Durchdrehen. Aber als die Herren uns mit dem Tisch dann endlich gefunden hatten, wurde es nicht zwingend besser. 

Erst einmal trugen sie eine riesige Holzkiste in die Wohnung, die mit mehr als 30 Schrauben und unzaehligen 10 cm langen Naegeln gesichert war. Dann noch eine grosse Pappkiste und schon war der Tisch zumindest mal in der Wohnung. Ich war auch schon vorbereitet und hatte, wie gewuenscht, einen Scheck auf den exakten Lieferbetrag auf die richtige Adresse ausgestellt. Der nur Kantonesisch sprechende Fahrer drehte und wendete meinen tollen Scheck allerdings skeptisch hin und her und rief dann erst einmal wieder meine Freundin bei DHL an.  Die teilte mir dann ueber sein Handy mit, dass sie leider keine Schecks von Privatpersonen annehmen koennten, sondern nur von Firmen. Nun bin ich aber leider keine Firma. Ob ich es nicht bar hatte? Nein, sonst haette ich ja nicht diesen daemlichen Scheck geschrieben. Was wir jetzt tun sollten? Sie wuerde das mit ihrem Chef klaeren und zurueckrufen. 

In der Zwischenzeit benutzten die Herren erste einmal unsere Toilette und wir standen dumm wartend in der Gegend rum, unterbrochen nur von einem wuetend zeternden Zwerg, das aus seinem Laufstall zu diesem spannenden Holzding auf dem Fussboden wollte. Nachdem es mir dann zu dumm wurde, schlug ich den Maennern mit Haenden und Fuesse gestikulierend vor, sie koennten mich ja auch zum naechsten Bankautomaten fahren und dann von mir das Geld in Cash bekommen und wir vergessen den Scheck. Nachdem das dann mit der Dame geklaert war, durfte ich oben auf ihren Laster klettern und dirigierte sie zum naechsten Automaten. 

Als sie dann die Scheine in der Hand hielten, fuhren sie zufrieden von dannen und ich konnte mich dem Problem der Holzkisten zuwenden. Unser Lieferant hatte es naemlich gut gemeint, und die 1 Meter auf 2 Meter Kiste so gut gesichert, dass ich eine Stunde brauchte, um die 30 Schrauben zu entfernen und die Kiste aufzuhebeln. L. sah mir dabei aus seinem Laufstall zu und war relativ friedlich. Wie sein Vater - der koennte mir auch stundenlang bei der Arbeit zusehen... Danach schleppte ich die schweren MDF-Platten vor die Haustuer und klaerte mit dem Management, dass die fuer 200 HKD entsorgt werden. Ich sage ja, ich bin die Alleserledigerin. 

Am Tag drauf erstand ich dann im Horizon Plaza den Schrank, den sich M. gewuenscht hatte und da er zu gross fuer ein Taxi war, bestellten wir einen Kleinlaster, bei dem L. und ich wieder vorne mitfahren durften. Er fuhr uns dann bis vor die Haustuer und die Putzfrau liess es sich nicht nehmen, mir den Schrank in die Wohnung zu tragen. Das war die gleiche, mit der ich dieses Gespraech im Flur ueber das Geschlecht von L. hatte und ich glaube, sie wollte unbedingt sehen, wie die Wohnung aussieht. Das war dann die Geschichte von meinem zweiten Laster. 


Montag, 12. Mai 2008

Erdbeben in China aber nicht bei uns


Heute teilten sich zwei schreckliche Nachrichten die erste Seite unserer Zeitung. Die erste Haelfte betraf den menschenverachtenden Umgang der Regierung in Burma gegenueber den Leiden ihres Volkes und die zweite Haelfte war ueber das furchtbare Erdbeben in Sichuan, bei dem wohl 10.000 Menschen ums Leben gekommen sind. 

Nur schon einmal vorab: hier bei uns war nichts und wir haben nichts von dem Beben mitbekommen. Die Auslaeufer des Bebens waren wohl auch hier zu spueren und es haben wohl auch ein paar besorgte Bewohner bei der Notrufzentrale angerufen, aber wir haben absolut nichts bemerkt. 


Sonntag, 11. Mai 2008

Bun Festival


Heute ist auf Cheung Chau, einer der Inseln von Hong Kong, das hier beruehmte "Bun Festival". Man feiert es am achten Tag des vierten Monats des Mondkalenders und es faellt mit dem Geburtstag Buddhas auf einen Tag. Cheung Chau wurde frueher haeufig von Piraten ueberfallen und nach einer besonders schweren Attacke entschied sich die ganze Inselbevoelkerung dafuer, von da ab jedes Jahr drei Tage lang ein Fest zum Dank fuer ihre Rettung zu feiern. Es gibt Taenze im Loewen- und Drachenkostuem, Paraden und einen Tag lang ist die ganze Insel, inklusive des McDonalds vor Ort, vegetarisch. Bei Meckes gibt es dann Pilzburger fuer die Besucher des Bun Festivals.

Am wichtigsten ist aber das "Bun Snatching". Buns sind Broetchen oder Dampfnudeln und man kann sie sich ein wenig wie Germknoedel mit einem roten Stempel auf der Oberseite vorstellen. Frueher wurden drei 20 Meter hohe Bambusgerueste erstellt (oben spitz zulaufend), auf denen die Buns bestigt waren. Dann kletterten die mutigsten der Jungen hoch, um einen moeglichst hoch angebrachten Bun zu ergattern, da diese Glueck bringen sollten fuer das naechste Jahr. Als 1978 aber einer der Tuerme einstuerzte und 100 Menschen verletzte, unterbrach man die Tradition fuer eine Weile. Nun gibt es das Schauspiel wieder, allerdings in der entschaerften Variante. Die Kletterer sind gesichert wie Bergsteiger und die Broetchen sind aus Plastik. Je hoeher die Kletterer kommen, desto mehr sind die Buns wert und wer am Ende die meisten Punkte hat ist der Sieger. Es gibt richtige "Broetchenturm-Kletter-Mannschaften" und die Teams kommen auch von ausserhalb Hong Kongs, um diese Jahr den Sieg davon zu tragen. 

Warum ich das alles schreibe? Weil ich es spannend finde, wir aber leider nicht hingehen koennen. Auf der Insel wird heute die Hoelle los sein und alle Hotelzimmer sind teilweise schon seit Monaten ausgebucht. Wir muessten zwar nicht da uebernachten, weil wir ja nicht weit weg wohnen, aber uns mit dem Zwerg ins Getuemmel zu stuerzen toppt wohl noch das Oktoberfest. Aber wir sind ja noch eine Zeitlang hier, vielleicht klappt es ja andermal. 

Montag, 5. Mai 2008

Vielen Dank!


Falls ich es nicht schaffe, mich bei allen persoenlich zu bedanken, hier erst einmal ein grosses Danke an alle, die mir so liebe Geburtstagswuensche geschickt haben. Ich hatte ein schoenes Geburtstagswochenende und habe mich den lokalen Gepflogenheiten angepasst und vorgefeiert. In Asien bringt es naemlich kein Unglueck vorzugratulieren und man kann auch vorfeiern. Also fing ich schon am Samstag an und ueberliess L. seinem Vater, um zu einer Manikuere und zum Friseur zu gehen. Ich war 4 Stunden alleine - was fuer ein Luxus! Aber da der Zwerg ja momentan immer an meinem Bein haengt (ziemlich wortwoertlich), habe ich ihn trotzdem vermisst. Muetter! 

Abends haben wir dann meine neuen Naegel und meine neue Frisur schick ausgefuehrt. Es war seltsam, mal ohne Flecken auf dem Hemd irgendwo zu sein und das auch noch im Dunkeln! Wir assen gut im Aqua (www.aqua.com.hk) und stiessen dann in der dazugehoerenden Bar auf M.s MBA und meinen Geburtstag an. Jeder, der M. kennt, darf einmal raten, was wir getrunken haben...

Wir kamen nicht wirklich spaet heim, weil wir das der Maid von K. nicht antun konnten, schliefen aber am Sonntag trotzdem aus, so gut es eben ging. Nachmittags fuhren wir mit dem Bus nach Aberdeen und wurden im Hafen schon - wie erwartet - von einer geschaeftstuechtigen aelteren Dame empfangen, die uns sofort fragte, ob wir nach Lamma wollten. Lamma ist die Insel, auf die wir von unserer Wohnung aus schauen und man kann entweder mit einer Faehre uebersetzen oder sich in einem Sampan von einem Fischer (na ja, das waren sie vielleicht vor vielen Jahren einmal) 30 min lang auf die Insel fahren lassen. Die aelteren Fischerinnen arbeiten mit Handy und koordinieren die Maenner, die dann immer hin und her fahren. M. sagte, ich solle jetzt blos nicht auf Ideen kommen. Er waere kein Fischer. Unser Sohn liebte es und grinste ueber das ganze Gesicht wahrend er sich die Wellen und die Schiffe anschaute. Einmal fuhren wir in unserem kleinen Bootchen so dicht an einem Frachter vorbei, dass wir von der Besatzung zugewunken bekamen und gut ihre Gesichter erkennen konnten.  

Auf Lamma wanderten wir anderthalb Stunden von der einen Seite zur anderen und konnten es wieder einmal nicht glauben, wie nah in Hong Kong Urlaubsstimmung und Grossstadt beieinander liegen. Traumhaftes Wetter, schoene Straende, L. schlief an meiner Brust, Muecken knabberten ein wenig an uns, wir wanderten mit Maennern mit Gesichtsmasken als Sonnenschutz, Containerschiffe am Horizont.... ein schoener Tag. 

Fliegen lernen


Wisst Ihr wie man laut Douglas Adams fliegen lernt? Man sucht sich einen hohen Abflugort, breitet die Arme aus, laesst sich fallen, um dann kurz vor dem Aufkommen den Boden zu verfehlen. Man vergisst einfach, aufzuprallen und schon fliegt man - es bleibt einem quasi gar nichts anderes uebrig. 

So lernt L. gerade Stehen. Er haelt sich fest, reckt ein Aermchen hoch zu mir, dann noch eins (irgendwann muss ich ja reagieren...) und dann faellt ihm auf, dass er ja schon eine halbe Minute steht, ohne sich fest zu halten. Wenn er jetzt noch vergessen koennte, auf den Boden zu schauen, dann kann er das vielleicht bald. Da Douglas Adams M. und mich ja mehr oder weniger zusammengebracht hat, waere es ja nur zu verstaendlich, dass er jetzt L. auch noch beim Stehen lernen hilft. 

Donnerstag, 1. Mai 2008

Mann, werde ich verwoehnt...


Am Sonntag letzte Woche haben wir uns ja noch fuer eine Maid entschieden, deren Unterlagen wir ueber unsere Agentur bekommen haben. Sie ist Mitte vierzig, winzig klein und lacht viel. Leider wurde ihr von ihrer Arbeitgeberin nach einer Woche hier gekuendigt und nun muss sie wieder zurueck in die Philippinen und auf ein neues Visum warten. Und wir auch... Bevor die Maids nach Hong Kong duerfen, werden sie von ihrer Regierung so richtig geschroepft. Sie muessen Kredite aufnehmen und so viel Geld leihen, dass sie das erste halbe Jahr erst einmal ihre Schulden abbezahlen. Dafuer verdienen sie danach aber mehr als jemand mit Studium zu Hause. Und da fast alle nur einen Hauptschulabschluss haben, ist das ja schon mal nicht so schlecht. 

Bevor sie nun wieder zurueck muss, blieb sie erst einmal bei uns. Da wir vielleicht drei Tage nachdem sie wieder offiziell einreisen darf, nach Deutschland fliegen, wollte ich ihr schon einmal vorher moeglichst viel zeigen. Was soll ich sagen? Die Wohnung ist gespenstisch sauber und L. findet sie auch lieb. Sie singt ihm Lieder vor und spielt gut mit ihm. 

Am ersten Abend wollte sie sich unbedingt beschaeftigen, weil sie natuerlich beweisen wollte, dass sie gut arbeitet und wohl etwas unsicher war wegen der Kuendigung nach einer Woche durch ihren vorherigen Arbeitgeber. Ich finde sie super, aber sie hing trotzdem irgendwann kopfueber in der Spuelmaschine und spuelte das komplette Geschirr per Hand ab. Sie war sich nicht im Klaren, dass die Maschine genau dafuer da ist. Eben habe ich es ihr noch einmal erklaert und sie scheint recht begeistert. Man muss sich die Situation ungefaehr so vorstellen, als ob eine Volksschuelerin aus einem Dorf aus Deutschland in den Fuenfzigern in das heutige Hong Kong kommt. Das ist nicht ganz so einfach. 

Mehr dazu, wenn sie dann ganz da ist. Jetzt gehe ich so langsam ins Bett, weil mein kleiner Zwerg heute nacht um 1:30, 2:30 und 5:30 wach war. Um 10 vor 6 war er dann komplett wach und ich auch. Aber ich habe trotzdem nicht den Fruehaufsteherpreis gewonnen, weil K. und ihr Mann 11 Stockwerke ueber uns, bei denen ich zu Fruehstueck war, schon seit 4:00 wach waren. Es leben die Kinder! Man hat so viel vom Tag!

Dienstag, 29. April 2008

Alltaegliches


Auf besonderen Wunsch meines Vaters erzaehle ich Euch hier nun mal, wie wir denn so Alltaegliches hier meistern. Nein, wir koennen nicht mit den Auto zum Aldi fahren und das mit den Sprudelkaesten geht auch nicht so einfach. 

Wie kaufen wir denn nun ohne Auto mit Kind unsere Nahrungsmittel etc.? Wir haben drei Moeglichkeiten: Entweder wir laufen zum naechsten Supermarkt (15 min), kaufen dort wenig ein und laufen zurueck. Oder wir (wir bedeutet in dem Fall immer der Zwerg und ich) kaufen mehr als wir tragen koennen (da man hier das Leitungswasser nicht trinkt, brauchen wir viel Wasser und das ist schweeeeer), dann koennen wir entweder ein Taxi heim nehmen (ungefaehr 2 Euro) oder wir lassen liefern. Da ist ab einem Einkaufswert von 50 Euro kostenlos oder kostet auch 2 Euro. Oder als letzte Moeglichkeit, wir bestellen im Internet bei dem Supermarkt und die liefern dann am nachsten Tag. Das kommt aber dann nie wenn man es braucht und die Tiefkuehlkost ist auch schon ziemlich angetaut. Das ist eher gut fuer die Wasserflaschen und schweres Zeug. Es geht also alles auch, ist nur anders.

Unseren Muell stellen wir vor die zweite Tuer zu unserer Wohnung, die zum Serviceflur hin geht und dort wird alles 2 mal pro Tag abgeholt. Man muss sich also nicht streiten, wer nun gerade den Muell runterbringen muss. Das ist Luxus pur. Man kann allerdings nicht richtig trennen und es gibt auch keinen Wertstoffhof. Wenn man also groessere Dinge entsorgen will, dann muss man eigentlich einen Abholservice engagieren und sie sind teuer. Ich werde mich jetzt mal dumm stellen und unseren Schuhschrank mal rausstellen. Vielleicht nimmt den jemand mit. 

Dann haben wir noch wie in Deutschland je einen Vertrag mit der Strom- und Wasserversorgung, der Telefongesellschaft, dem Kabelsender und was man sonst noch so braucht. da das alles auch in Englisch machbar ist, ist das hier gar kein Problem. 

Ausserdem mussten wir dem Club in unserem Haus beitreten, damit wir dort alles nutzen koennen. Wenn wir nun dort eine Massage buchen moechten oder zum Friseur gehen, wird das von einem Punktekonto abgebucht. So aehnlich wie im Robinson Club mit den Perlen. 

Mehr faellt mir momentan nicht ein, aber wenn Ihr Fragen habt, dann beantworte ich die gerne. 

Mittwoch, 23. April 2008

Was man aus Papier so alles machen kann


Eben habe ich in der Zeitung etwas ueber eine Messe in Macao gelesen, bei der der letzte Schrei der Papiermodelle vorgestellt wird, die Chinese und Asiaten aus anderen Laendern ihren Ahnen opfern, damit sie in gutes "Leben" nach dem Tod haben. Nach dem traditionellen Glauben der Chinesen liegt es an den noch Lebenden, dafuer zu sorgen, dass es den Verstorbenen im Totenreich gut geht. Man erhofft sich davon aber auch ein wenig, dass diese dann ihr Glueck mit einem teilen und einem ihren Segen zuteil werden lassen. Da man nichts mit ins Totenreich mitnehmen kann, liegt der Trick darin, dass einem die Verwandten alles was man so braucht als Papiermodell opfern und verbrennen. 

Frueher wurde dann massenweise "Hell Money" verbrannt (die Chinese sind wohl nicht zu optimistisch dahingehend, wo ihre Verwandten landen), damit man sich auf der anderen Seite so alles kaufen kann, was man will. Ausserdem gerne einen Fernseher (ein gut nachgemachtes Roehrengeraet aus Papier), ein Telefon, ein frisches Hemd mit Krawatte (man will ja ordentlich aussehen) und eine goldene Rolex (Status ist alles). Damit man nicht ploetzlich anfangen muss, selbst zu waschen oder so (das eine Hemd das man hat), bekommen viele noch eine Papiermaid und wenn man gerade dabei ist gerne auch noch eine Villa und einen Mercedes. 

Heutzutage hat sich das Bild ein wenig gewandelt. Nun brauchen die Verstorbenen nach Meinung ihrer Verwandten dringend: eine Kreditkarte (ist auch besser fuer die Umwelt, anstatt stapelweise Hell Money zu verbrennen), einen Flachbildfernseher, einen Laptop, einen i-Pod, ein i-Phone (das wurde gerade auf diese Papieropfer-Messe vorgestellt!) usw.

Da kann man sich nur wuenschen, dass die Verstorbenen, die hoffentlich alle lange gelebt haben, auch mit den Sachen umgehen koennen. Ich stelle mir das recht lustig vor. Ein 95-jaehriger Geist sitzt schimpfend auf einer Wolke (Luja sog' I) und bekommt das I-Phone nicht zum laufen. Vielleicht opfern die deswegen bald nicht nur Maids sondern auch Computerexperten aus Papier. Die koennten sich dann nach dem Job vielleicht mit der Papier-Konkubine vergnuegen, deren Mann ja nun keine Zeit mehr hat, weil er endlich in Internet surfen kann. 

Es geht bergauf....


Also erst einmal vielen Dank an alle, die mir so liebe Mails geschrieben haben, nach meinem letzten Post. Mir geht es schon wieder viel besser, keine Sorge. Es war einfach nur einer dieser Tage... Generell ist es aber erstaunlich, wie Frauen sich alleine und gegenseitig das Leben schwer machen koennen. Selbst meine Freundin K. aus Grolsheim ist nicht immer zufrieden mit sich und mehr kann eine einzige Person nun wirklich nicht machen. Aber wir denken eben immer, es gibt noch jemanden, der parallel zu Kindern, gluecklichen Ehemann, Haushalt, interessanten Hobbies, etc. auch noch ein eigenes Dax-Unternehmen aufgebaut hat und den Nobelpreis gewonnen. Ich werde jetzt versuchen, auf einfachere Dinge stolz zu sein. Ich halte Euch auf dem Laufenden, wie das so klappt...

M. kam ja letzte Woche Montag wieder zurueck, aber aufgrund diverser Geschaeftstermine incl. Abendessen sah ich ihn bis Freitag Abend nur ungefaehr 4 Stunden. Dafuer waren wir dann aber am Samstag Abend weg - mit L. Das ging gut, weil wir nur drei Haeuser weiter waren und L. dort schlafen legen konnten, waehrend wir die Rotweinflaschen aus dem Lager von St. und J. platt machten. St. konnte nicht wirklich trinken, da sie im 5.Monat schwanger ist, aber wir strengten uns dafuer umso mehr an und hatten viel Spass. Um uns herum tobte der erste Typhoon der Saison und blies die Moebel auf dem Balkon hin und her. 

Dass L. auch am Sonntag wieder um 5:40 wach wurde, war nicht so gluecklich, aber wir kommen ja mittlerweile mit 4 Stunde Schlaf aus. Falls einer eine richtig gute Augencreme weiss, bitte melden. Ich sehe schon aus wie ein Pandabaer. 

Naechste Woche kann ich Euch hoffentlich verkuenden, dass wir nun eine Maid haben. Wir haben naemlich nach recht viel Aerger den Vertrag "unserer" Maid aufgekuendigt, die in den Philippinen nicht wirklich etwas dafuer getan hat, endlich das Visum fuer uns zu bekommen. Nach 5 Wochen warten, schaue ich mir nun gerade neue Kandidaten an, die direkt anfangen koennten. Sobald ich dann etwas mehr Zeit habe, werde ich auch wieder mehr Aktuelles berichten. Was hier zum Beispiel in der Zeitung ueber den Fackellauf und die Olympischen Spiele steht, ist schon ein wenig anders als das, was der Spiegel berichtet. Ich moechte jetzt nicht sagen, dass ich fuer oder gegen China bin in diesem Fall, aber es ist doch selten, dass irgendein Land nur gut oder nur boese ist. Und China wird momentan schon eher so dargestellt, als ob es die Verkoerperung des Boesen sei. 


Dienstag, 15. April 2008

Wer oder was bin ich?


Identitaetskrise. Wer oder was bin ich? Mama? Ehefrau? Personalerin in Mutterschutz? Expat-Frau? Tochter, Schwester, Schwiegertochter? Putzfrau?  Was sind meine Ziele und Plaene? Wann hatte ich einen erfolgreichen Tag? Wann bin ich stolz auf mich? Wann habe ich ein Recht auf Feierabend?

Nachdem M. nun zwei Wochen nicht da war und ich 100% Mama war ohne die Gelegenheit wenigstens einmal zu sagen "Ich muss mal kurz auf Toilette. Kannst Du aufpassen?", sieht es nun teilweise anders aus (auch wenn er diese Woche keinen Abend hier ist). Ich war immer da und beschaeftigt und die Frage stellte sich gar nicht was oder wer ich bin. Ich war einfach nur die Mama. 

In Deutschland war es eigentlich auch keine Frage, da der Zwerg noch zu klein war und eigentlich kein anderer und auch nicht ich selbst erwartet haette, wieder arbeiten zu gehen oder etwas an meiner Rolle der Mama zu aendern. Aber nun fangen alle meine Freundinnen in aehnlichen Situationen in Deutschland wieder langsam an, zu arbeiten (siehe das Krippenthema) und ich werde wohl keinen sinnvollen Job haben in den naechsten Jahren. 

Bisher habe ich das ganz gut verdraengt, aber heute hat St. aus Muenchen drei Stunden auf L. aufgepasst und ich bin einmal alleine in die Stadt. Es dauerte keine zehn Minuten bis ich gruebelnd im Taxi sass. Ohne L. auf dem Bauch war ich ploetzlich so schutzlos und eben nicht mehr nur die Mama. Dabei fiel mir auf, dass ich momentan keine sinnvolle andere Rolle fuer mich gefunden habe. Ich bin jemand, der gerne gelobt wird und gerne stolz auf sich selbst ist, ich weiss gerne etwas und habe bisher immer gerne auf die Frage geantwortet, was ich denn mache. Als man mich in dem Comedy Club am Samstag fragte (das ist eine andere Geschichte), antwortete ich "I'm just a Mum." Mir ist durchaus klar, dass die anderen Gaeste, die unter anderem in irgendwelchen Nachhilfeschulen Chinesen Englisch beibringen, auch nicht "besser" sind als ich, aber ich habe mich noch nicht daran gewoehnt, dass ich jetzt die aus der Werbung bin, die in diesem Fall sagt "Ich manage ein kleines Familienunternehmen." In meinem Fall ist das ja auch ein sehr kleines Unternehmen, mit einem CEO, der nie da ist und einem Presidenten, der noch keinen Meter hoch ist und kein Jahr alt....

Noch kann ich wenigstens mit ein wenig Stolz sagen, dass ich den Laden noch alleine schmeisse, aber wenn wir mal eine Maid haben, welche Rolle habe ich dann ? Gut aussehen und meinem Mann den Ruecken frei halten? Muss ich dann immer nett zu ihm sein, weil er schliesslich das Geld nach Hause bringt und ich mir davon ein nettes Leben mache? Abends die Hausschuhe bringen und ihm dann den Nacken massieren? Schwierig.....

Die Mamas hier sagen, dass das Leben hier trotz Maid stressig und anstrengend ist und haben wohl ihre Rollen irgendwie gefunden. Aber noch habe ich eher Hochachtung fuer so jemanden wie meine Freundin K. aus Grolsheim, die drei Kinder hat, ein Haus zu pflegen, ihr eigenes Gemuese anbaut, abends bei ihrem Mann in der Firma im Buero aushilft und nebenbei noch Mutter-und-Kind Turnkurse gibt. Aber wahrscheinlich hat sie wieder andere Gruende, an sich selbst zu zweifeln. Machen wir ein Tauschgeschaeft? Ich bin stolz auf Dich und Du dafuer ein wenig auf mich?

Fuer die Mamis


Da unser Kleiner bald ein Jahr alt wird, beschaeftige ich mich gerade mit dem Thema Kindergarten / -krippe, das hier komplett anders laeuft als in Deutschland. Meine Freundinnen dort, die aehnlich alte Zwerge haben, sind gerade mitten in dem Krippenthema gefangen - oder waren es zumindest einen grossen Teil des letzten Jahres, sofern sie jetzt schon einen Platz haben. Bei verschiedenen Krippen zu jeweils bestimmten Terminen persoenlich vorsprechen, dann immer wieder zu auch genau bestimmten Terminen das Interesse bestaetigen, um dann teilweise gesagt zu bekommen, dass man frueher, spaeter oder ueberhaupt nicht haette anrufen sollen, weil die Plaetze jetzt oder schon vor Monaten alle belegt seien oder waren. Und das alles macht man fuer Krippen, die man sivh nicht nach Erziehungsstil oder Lage aussuchen kann, weil man froh sein muss, ueberhaupt etwas zu bekommen, wenn man nicht gerade eine gelaehmte, arbeitslose, alleinerziehende Mutter ist und als sozialer Haertefall gilt. Aber wenn man dann einen Platz hat, dann ist das Kind dort beschaeftigt und hoffentlich gut aufgehoben, waehrend man selbst wieder arbeiten kann oder sonst etwas tun, das einen geistig fit haelt.

Hier laeuft das anders ab. Ich habe die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Institutionen, die sich alle gegenseitig  ueberbieten, wie paedagogisch wertvoll sie doch seien. Auf diesem Einstiegslevel der Ausbildung sind die Schulen auch noch nicht voll (spaeter wird es dafuer richtig schwierig) und ich kann mich bei allen Schulen einfach mit meinem Wunschtermin anmelden. Aber dann ist es eben nicht so, dass man in dieser Zeit dann etwas anderes machen kann, sondern die zwei mal eine Stunde pro Woche, die die eine Schule zum Beispiel maximal fuer dieses Alter anbietet, muss man das Kind komplett begleiten und mitsingen, -huepfen, -tanzen, -basteln... Gibt es hier keine arbeitende Muetter? Ja, aber die haben dann alle eine Maid und wenn man zwei Kinder hat, dass braucht man in so einem Fall eben zwei Maids....

Da ich nicht arbeite, koennte man natuerlich fragen, warum L. dann ueberhaupt mit nur einem Jahr irgendwo hin soll. Aber da hier fast alle etwas mit ihren Kindern machen und HK bei den Pisa Studien immer Top 3 ist, kann es ja nicht komplett falsch sein. Ausserdem gefaellt es L. unglaublich, mit anderen Kindern zusammen zu sein und die Mama wird den ganzen Tag lang auch irgendwann langweilig.

Sehr wahrscheinlich wird er ab Juli (wenn wir wieder aus Deutschland zurueck sind) drei mal die Woche fuer zwei Stunden zu den Baby Buddies in Sheung Wan gehen . Die gefallen mir bisher am besten, weil es dort etwas entspannter zugeht. Sie versuchen nicht, wie die anderen, alles in eine Stunde zu quetschen. Ansonsten lauft naemlich immer laute Musik im Hintergrund und dann heisst es 10 min frei Spielen, 10 min Lieder singen, 10 min mit einem Ball spielen, 10 min basteln, ... Wie man sich so konzentrieren lernen soll, ist mir schleierhaft. Danach sind auf jeden Fall alle fix und fertig, Mutter und Kind.

Dienstag, 8. April 2008

Der deutsche Humor auf Reisen


Wir haben seit heute wieder die Zeitung abonniert, die "South China Morning Post". Sie soll seit der Rueckgabe Hong Kongs an China zwar immer mehr in Richtung der politischen Vorgaben aus Peking tendieren, ist aber fuer mich immer noch kritisch genug, dass ich mir meine Infos rausziehen kann. Ausserdem finde ich es sehr interessant, das dann mit meinen Informationen von Spiegel online oder sonstigem zu vergleichen. Was aber direkt heute in dem City Life stand, benoetigte keine Interpretation, um skurril zu sein. 

Wenn Sie lachen, ist es Oschmann - "Laugh your heart out, it's Oschmann" hits the InterContinental Grand Stanford tomorrow evening. Oschmann, who apparently lost his first name when laughing too much one day, does skits and stage humour that translate well for an international audience. (...)

Jetzt sind wir doch schon sooo weit weg und dann sowas! Er war ja schon in Deutschland nicht unbedingt immer so mein Fall, aber wie das hier in Hong Kong laufen soll, haette mich dann doch interessiert. Wenn M. da waere und wir schon jemanden fuer L. haetten, haette man sich das einfach aus interkulturellem Interesse anschauen muessen. Wie die wohl auf die Idee gekommen sind, den ausgerechnet nach Hong Kong zu schicken? Hat der denn Malle etc. schon komplett durch? Ich komme mir auf jeden Fall so vor wie in unseren Flitterwochen, als uns auf unserer Tour durch Asien die Scorpions vor- oder hinterhergefahren sind und immer dort auftauchten  wo wir auch waren. Wir durften also mit jeden Taxifahrer nicht nur deutschen Fussball, sondern auch die Musik der Scorpions besprechen - zwei Dinge, von denen wir absolut keine Ahnung haben. 

Heute frueh, nach der Lektuere der Zeitung, habe ich mir den Kleinen geschnappt und wir sind nach ein paar Wirrungen (ich bin irgendwie gehirntot in den falschen Bus gestiegen) nach Central gefahren.  L. hat seine zweite Grippeschitzimpfung bekommen und dabei haben sie ihn auch mal wieder gemessen und gewogen. Er ist in den zweieinhalb Monaten hier ganze 5 cm gewachsen, hat aber nur 400g zugenommen. Laut Tabelle gehoert er nun also definitiv zu den "Leichten" und das, obwohl er den ganzen Tag isst und schon noch ein klein wenig speckig aussieht. Wahrscheinlich kommt er nach seinem Vater, der immer erst einmal das Teuerste der Karte bestellt hat und davon am Liebsten 2 Teller, bevor er die gesamten Reste seiner fuenfkoepfigen Familie weggeputzt hat. Urlaube koennen wir uns wohl fuer die naechsten Jahre abschminken - das wird wohl fuer Essen draufgehen. 

Ein weiterer Punkt, bei dem er nach seinem Vater kommt: er hat nun nicht nur entdeckt, dass ER ein primaeres Geschlechtsmerkmal hat, nein, ICH habe ja auch welche! Er jauchzt nun immer begeistert, wenn ich mich zum Duschen ausziehe und er die Dinger entdeckt, die ihn 6 Monate lang gefuettert haben (das war eindeutig billiger...) und dann faengt er an zu kichern. Ich habe ihm nun schon oefter erklaert, dass "Jauchzen" prinzipiell fuer das Selbstbewusstsein einer Frau wirklich nicht schlecht ist, aber wenn er das spaeter mal machen moechte (und dann bitte nicht bei mir!), dann muss er noch an seiner weiteren Taktik arbeiten. Kichern, ist da nun wirklich nicht angebracht.... also sowas!

Gestern habe ich ihn doch zum ersten Mal seit wir hier sind, bei einer befreundeten Maid gelassen und bin mit Katharina zum Mandarin. Ich war viereinhalb Stunden weg (dre groesste Teil davon waren die Busfahrten) und habe ihn anscheinend mehr vermisst, als er mich. Als ich zurueckkam, um meinen verlorenen Sohn in die Arme zu schliessen, war er auf dem Spielplatz erst einmal zu beschaeftigt. Ja, ich bin mir darueber im Klaren, dass das bekloppt klingt. Aber ich fand es ganz schoen hart, ihn an jemanden zu uebergeben. Da ich hier ja oft eine "One-Woman-Show" bin, sind wir nun einmal 24 Stunden am Tag zusammen und ich muss jetzt erst langsam mal wieder anfangen, auch mal alleine etwas fuer mich zu tun.   

Mit ihm klappen naemlich viele Dinge nicht so gut: Klamotten einkaufen zum Beipiel. Ich gehe eigentlich nie einkaufen, wenn ich ihn dabei habe und da ich ihn immer dabei habe, gehe ich dann wirklich eigentlich nie einkaufen. Heute habe ich es zum ersten Mal versucht und war bei Esprit. Waehrend ich ein Oberteil anprobierte, krabbelte er durch den 15 cm hohen Spalt unter der Tuer der Umkleide durch und fing draussen sofort an zu heulen, weil ich nicht mehr da war. kein Wunder, ich hing ja gerade drinnen in einem T-Shirt fest und musste ihn dann schnell aus den Armen der Verkaeuferin retten.  Bei H&M habe ich danach dann beschlossen, die Sachen zu Hause anzuprobieren und, wenn notwendig, zurueck zu geben. Sie passen aber alle, das System hat sich bewaehrt und nun kann ich mit meiner neuen Kreditkarte so richtig loslegen...:-)

So, wir gehen jetzt Essen besorgen und gruessen unseren dienstreisenden Familienvater, den wir seit Tagen nicht erreichen konnten und der eventuell heute anrief, waehrend ein frisch geimpfter, verschwitzter Kerl auf seiner Mutter einen Mittagsschlaf hielt. 

Samstag, 5. April 2008

Fuer die Grosseltern


M. ist in Deutschland bei seinen Eltern und sie halten dort ein Kaffee trinken zu Ehren von unserem Sohn ab. Fast alle Grosseltern sind da und sie wollen sich gemeinsam die letzten Bilder und Videos von unserem Kleinen ansehen. Ja, ja, wir haben schon verstanden, wer hier nun wichtig ist....

Deswegen kommt hier nun ein kleines Update zu unserem Zwerg. Er entwickelt sich gerade rasend schnell und "macht uns viel Freude". Gestern habe ich mich kaputt gelacht, waehrend ich ihn wickelte. Ich versuche ihm gerade beizubringen, dass er auf die Frage "Wo ist Dein Fuss?" auf seinen Fuss zeigt. Das hat auch schon zweimal geklappt und ich weigere mich anzunehmen, dass das Zufall gewesen sein koennte ;-) 

Gestern schaute er auch kurz auf seinen Fuss, wurde dann aber komplett abgelenkt, weil er unter seinem kleinen dicken Bauch etwas viel Spannenderes gefunden hatte. Schau mal, Mama, was ich da hab! Er hatte seinen Pillermann gefunden! Er zog daran und kicherte, so als ob ihm das Ding vorher noch gar nicht so aufgefallen waere. Danach liess er los und man sah, dass er nachdachte (wahrscheinlich hat er sich ausgemalt, was er die naechsten Jahrzehnte seines Lebens damit anfangen wird) und dann schielte er wieder ganz langsam um seinen Bauch rum, um zu sehen, ob das Wuermchen denn immer noch da war. Als er es dann dort immer noch fand, quietschte er vor Freude. Das wiederholte er ein paar Mal fuer seine kichernden Mutter, die schon sehr gespannt ist, wie es zu diesem Thema noch weitergehen wird.

Ausserdem wird er langsam frech und wenn er nun irgendwo herumkrabbelt und ich ihm sage, dass er etwas nicht machen soll, dann reagiert er auf das "Nein" nicht etwas damit, dass er stehenbleibt oder aufhoert, nein, er krabbelt einfach noch schneller, weil er weiss, dass ich ihn nun einfangen werde. Er kann zwar noch nicht laufen, aber ich bekomme auch jetzt schon ziemlich viel Bewegung durch ihn.

Er hat Musik und Krach fuer sich entdeckt. Wenn ich ihm seine Kindermusik anmache, steht er vor dem CD Player und haelt sich mit einer Hand an der Fernsehbank fest. Die andere ist in der Luft und dann wird dazu gewippt. Richtig cool... Dazu hat er bemerkt, dass er die CD springen lassen kann, wenn er nur fest genug auf die Fernsehbank haut. Ein Riesenspass.           Seit dem Umzug hat unser Couchtisch ein kuerzeres Bein und der Tisch wackelt. L. hat nun herausgefunden, dass er auf den Tisch krabbeln kann und wenn er immer hin und her wackelt, dann klackert der Tisch. Dazu dann ein dickes Grinsen auf den Gesicht und das Kind ist gluecklich.

So, jetzt gehe ich in Bett, weil wir morgen wohl wieder um halb sechs aufstehen werden. So ein aktiver Tag will frueh begonnen werden, denkt sich mein Kleiner und ich muss da mitmachen. Gute Nacht an alle und schlaft schoen!


Freitag, 4. April 2008

Alles aendert sich und bleibt doch wie es ist

Jetzt sitze ich hier tausende Kilometer von zu Hause entfernt und muss doch immer an diesen Sketch denken, in dem der Chemnitzer bei der Bahn-Hotline anruft und dem Automaten erklaeren muss, wohin er gerne ein Ticket kaufen moechte. Ich moechte doch am Samstag unbedingt mit S. in diesen Comedy Club und versuche nun schon seit einer halben Stunde dafuer ein Ticket zu erwerben, waehrend L. die Bude auseinander nimmt. Was so ein kleiner Kerl fuer ein Durcheinander anrichten kann...

Zuerst habe ich es online versucht und einen Account eingerichtet. Die haben mir dann natuerlich eine Bestaetigunsmail geschickt und wollten noch mehr Informationen, damit sie meine Anmeldung beenden koennen und ich endlich das Ticket kaufen kann. Da das Formular aber dann leider keine Daten angenommen hat, egal was ich auch versucht habe, probierte ich es als naechstes per Telefon. Der Automat war auch sehr freundlich und sprach mich in drei Sprachen an, wollte mir aber auch beim dritten Versuch kein Ticket reservieren, da er ganz zum Schluss immer entschied, dass er dafuer dann eigentlich doch zu beschaeftigt sei. Dass ich ueberhaupt bis zum Schluss gekommen bin, verdanke ich nur das Tatsache, dass sie Tastenerkennung und keine Stimmerkennung haben. Dann waere der Automat sicher sehr verwirrt gewesen durch mein staendiges "Nein!", "L. komm da runter!", "Das ist nicht zum Essen!". Ja, und deswegen musste ich an den armen Chemnitzer denken und konnte sehr mitfuehlen. Mein Ticket habe ich aber immer noch nicht. "L. nein, fass das nicht an!"

Sturmfreie Bude

Jetzt hat es schon wieder eine ganze Weile gedauert, bis ich zum Schreiben kam, aber der Zwerg und ich waren recht beschaeftigt. M. ist seit Montag fuer zwei Wochen in Deutschland und wir machen jetzt alleine Hong Kong unsicher. 

Bevor er flog konnten wir zum ersten mal so richtig ausnutzen, dass der MBA nun vorbei ist und der Umzug auch so langsam hinter uns liegt. Wir gingen wandern! Man kann auf der kleinen Hong Kong Island naemlich trotz der vielen Hochhauser und der paar Millionen Menschen, die hier wohnen, tatsaechlich auch toll wandern! Wir fuhren mit einem anderen Paerchen und deren 6 Wochen und 2 Jahre alten Kindern zum Country Park und wanderten dort 3 Stunden lang am Wasserreservoir entlang Richtung Meer. Das letzte Stueck fuhren wir dann mit dem Taxi nach Stanley und assen dann dort am Strand zu Mittag. Dank der Kinder und ihren eingebauten Weckern (jeden Tag um 6), waren wir mit allen um 14 Uhr fertig und schon wieder zu Hause. Das gab uns noch Zeit zum Packen und danach noch mit L. hier im Hallenbad schwimmen zu gehen. Was fuer ein Luxus.....:-)   

L. hat einen Schwimmreifen, in den man ihn so anschnallen kann, dass er hinten selbst paddeln kann und vorne mit den Armen im Wasser ist. Er quiekte vor Vergnuegen und schwamm ganz alleine immer zwischen uns hin und her. Er war so selbstaendig, dass man sich richtig konzentrieren musste, nicht zu vergessen, dass er ja eigentlich gar nicht schwimmen kann. Aber danach schlief er natuerlich wie ein Stein und deswegen waren wir zwei diese Woche auch gleich noch zwei mal schwimmen zur strategisch guenstigen Zeit um 17:00. Das letzte mal hat er mich aber ausgetrickst und legte sich nur ganz entspannt mit den Armen auf seinen Reifen (wie eine alte Frau, die die Arme auf einem Kissen auf der Fensterbank abstuetzt) und liess ich treiben. Ich hatte vielleicht nicht mit ihm in den Whirlpool gehen sollen...

Ansonsten war ich abends mit Mandarin beschaeftigt, weil ich mit Ka. ab Montag wieder zu einem Mandarin-Kurs gehen werde und aufholen muss. Ich habe schliesslich seit mehr als 4 Jahren nichts mehr gemacht. Aber ich bin langsam wieder so fit, dass ich hoffe, mich bei dem Kurs (die Kleingruppe lernt schon seit einem knappen Jahr mit dem Lehrer) nicht vollkommen zu blamieren. Ich werde berichten. 

Da Ke. nicht da ist, wird ihre Maid bei mir aushelfen und auf den Linus aufpassen. So kann ich am Montag zu dem Kurs und am Samstag Abend mit S. Abendessen und dann zu Stand-up Comedy. Ich bin schon ganz aufgeregt! Ich war seit drei Monaten nicht mehr abends weg...:-)

Waehrend ich in der Stadt unterwegs bin, fallen mir immer tausend Sachen ein, die ich Euch schreiben moechte und wenn ich dann hier sitze, ist alles wie weggeblasen. Mal schauen, was mir noch so einfaellt.          Ach ja, ich habe ein Gegenbeispiel dafuer gefunden, dass hier Hune haupsaechlich aus kulinarischen Gruenden gehalten werden. Das mag in Kanton vielleicht stellenweise so sein, aber hier gibt es auch andere Beispiele. In unserem Haus sind einige Hunde und manchmal sieht man kleine Filipinas mit 2 Hunden an der Leine Gassi gehen. Da ist manchmal wirklich nicht klar, wer mit wem geht. Aber den Abschuss habe ich in dem hektischen Causeway Bay gesehen, waehrend ich mit L. auf den Bus wartete: ein Mann trug einen kleinen Hund auf dem Arm, der einen Glitzerbody trug und eine pinkfarbene sternenfoermige Sonnenbrille mit neongelben Raendern. Der wird bestimmt nicht auf dem Teller enden.

Sobald Li. da ist (wahrscheinlich bekommen wir das Visum fuer sie erst fruehestens ab Mitte Mai) und wir damit dann jemanden haben, der auf unseren Kleinen aufpassen kann, werde ich dringend einen Crashkurs Kantonesich machen muessen. Mit L. auf dem Arm werde ich staendig angesprochen und das fuehrt teilweise zu peinlichen Situationen. Vorgestern sprach uns vor unserer Haustuer die Putzfrau in einem Schwall Kantonesisch an und zeigte immer auf L. Dann fragte sie "Daddy?" und zeigte auf ihn. Da normalerweise jeder hin und weg ist von seinen blauen Augen und ich keine blauen Augen habe, haben schon manche gefragt, ob sie vom Papa sind. Ich ging davon aus, dass sie das auch meinte, vor allem, weil sie in Richtung seines Kopfes zeigte. Ich schuettelte also den Kopf und auch auf die Frage "Mumy?" verneinte ich und sagte "Grandma, Granddad", weil ich der Meinung bin, dass L. seine Augen nur von M.s Mutter oder meinem Vater haben kann. Das war aber wohl nicht die Antwort, die sie erwartet haette und sie verlegte sich nun auf Pantomime (ich dachte nur, bitte, lass den Fahrstuhl bald kommen, aber er war nicht schnell genug). Sie wackelte mit dem Zeigefinger und hielt ihn sich nach unten zwischen die Beine. Aha, sie wollte also nur wissen, ob er ein  Junge oder ein Maedchen ist! Kein Wunder, dass die meine Antwort recht verwirrt hat...

M. ist ja leider ueber zwei Wochenenden weg und eines davon ist auch noch ein langes. Waehrend der Woche habe ich damit kein so grosses Problem, weil da die Mit-Mamis ja auch Zeit haben, aber am Wochenende sind die ja alle mit ihren Maennern beschaeftigt und da ist das nicht ganz so leicht. Umso schoener, dass L. und ich uns morgen mit S. und ihrem Mann in der Stadt zum Mittagessen treffen werden. S. ist die Amerikanerin, mit der ich am Samstag auch weggehen werde. Es macht richtig Spass, wieder Amerikanisch zu sprechen mit ihr. Wir gehen uebrigens nach dem Essen noch in eine Ausstellung.....in eine Kuchenausstellung. Anscheinend werden dort die Endprodukte verschiedener Backer ausgestellt, die ihr Lieblingsbuch gebacken haben. Mal schauen, was da so dabei ist... die Bibel, Harry Potter, Die Anleitung zum Ungluecklichsein?

Donnerstag, 27. März 2008

Back online!

Guckuck, wir sind wieder da!  Erst einmal ein nachtraegliches "Frohe Ostern" fuer alle. Ich hoffe, Ihr seid nicht komplett eingeschneit und bekommt langsam Fruehlingsgefuehle. 

(Ihr werdet Euch wohl leider an die umstaendliche Umlautschreibung gewoehnen muessen - und ich auch  - weil ich einen neuen Rechner habe mit amerikanischer Tastatur und der kann das sonst nicht.)

Passend zu unserem letzten Blog kann ich heute erst einmal vermelden, dass wir nun den 6.Zahn haben und das komplett ohne Geburtstag, der mir einfaellt, dem wir das heute widmen koennen. Angebote werden gerne angenommen. 

So, was haben wir denn so getrieben in den letzten 16 Tagen? Die Packer hatten ja netterweise fast alle Kartons (so bis auf 15 oder so) ausgepackt und uns das Zeug unsortiert in die Schraenke geraeumt. Meine Aufgabe fuer die naechsten Tage bestand also daraus, ueberall unsere Sachen zusammenzusuchen und neu zu sortieren. Das war alles der perfekte Abenteuerspielplatz fuer L., der fett grinsend zwischen allem rumkrabbelte, was er nicht anfassen sollte und wir spielten ununterbrochen das "Nein"-Spiel. 
Nach einer Woche war Ostern und wir konnten die vier freien Tage gut nutzen, um alles endlich bis auf den letzten Karton zu verraeumen. Nun fehlen nur noch Bilder an den Waenden und ein paar weitere Kleinigkeiten, die wir ueber die naechsten Wochen besorgen koennen. Jetzt koennen wir es erst einmal endlich ein wenig ruhiger angehen lassen. 
Um uns genuegend Druck zu machen fuers Aufraeumen luden wir uns am Ostermontag vier Paerchen mit Kindern ein und feierten eine spontane "Last Empty Box Party". 

Wie man sieht, entwickelt sich auch unser Social Iife langsam weiter und manche Treffen zeigten uns mal wieder, wie klein diese Welt ist. Wir wurden hier im Bel Air mit offenen Armen empfangen und K., die mir ja schon in Kowloon so lieb geholfen hatte, lud uns weiter oft ein uns stellte uns einem anderen Paerchen mit einer 2-jaehrigen Tochter und einem 5-Wochen alten Sohn vor. Der Mann arbeitet bei der gleichen Firma wie M.s Schwester und nach ein paar Bierchen (die Maenner durften einmal alleine spielen gehen abends), stellte sich heraus, dass er sie sogar kennt!  Auf dem Spielplatz lernte ich St. mit ihrem 2-jaehrigen Sohn kennen, die auch aus Muenchen ist, auch im gleichen Krankenhaus entbunden hat und das genau ein Jahr und einen Tag vor mir und deren Mann Matthias Kollegen kennt, mit dem wir nach Hong Kong kamen.  Wirklich kaum zu glauben... Alle sind super lieb zu mir und an fuehlt sich sehr willkommen.  Es kennt allerdings auch jeder jeden und da die Maids jeweils auch noch untereinander Neuigkeiten verbreiten, bleibt hier nichts unentdeckt. Wie in einer Reihenhaussiedlung, nur das diese hier auf dem Kopf steht und mehr als 100 Meter in die Hoehe ragt. 

Ansonsten habe ich wieder zwei dieser Stadtfuehrungen gemacht und dabei eine Kanadierin kennengelernt, die mit ihrem 13-Monate alten Sohn gerade erst nach Repulse Bay gezogen waren. Die trafen wir dann bei einer Baby-Easter-Party in einem Kinderladen wieder. L. und der Kleine spielten (aber eher jeder fuer sich) und die Erwachsenen unterhielten sich ueber die Distributionsstrategie von Starbucks in Deutschland. Zur grossen Freude von M., der ja ein absoluter Starbucks-Suechtiger ist, arbeite ihr Mann als VP bei Starbucks und damit war das Gespraechsthema klar. Aber besser als immer ueber Windeln zu reden. Die Party war wieder mal typisch fuer Hong Kong und so ganz anders als bei uns. Laut und schnell und zwar anstrengend fuer uns Erwachsene, aber anscheinend OK fuer die Zwerge. Das muss hier echt was mit der Abhaertung zu tun haben. 

Achtung, jetzt kommt ein Part aus der Kategorie "Deine Sorgen moechte ich haben" und wer denkt, dass es uns hier eh schon zu gut geht, der sollte das besser ueberspringen.
Wir haben heute den Papierkram fuer unsere Maid abgegeben und hoffen, dass sie in 8 Wochen spaetestens bei uns sein wird. Sich fuer jemanden zu entscheiden, der dann 24 Stunden bei einem in der kleinen Wohnung sein wird und - viel wichtiger - auch mal auf L. aufpassen soll, ist nicht leicht. Wir hatten uns eigentlich fuer Li. entschieden, weil sie nett war, schon seit 14 Jahren hier arbeitet und eine Freundin von K.s Maid ist. Bei dem zweiten Treffen war sie dann im Bezug auf ihre Papier irgendwie komisch, so dass M. und ich wieder unsicher wurden und tausend Alternativszenarien druchspielten. Beim dritten Treffen war sie dann wieder sehr nett und wir entschieden uns fuer sie. Da sie aber den letzten Vertrag nicht beendet hat, verlangt die Regierung von den Philippinen recht viele Dokumente und nachdem ich alles fuer das Immigration Office hier in HK zusammen hatte, kapitulierte ich gestern und wir entschieden, doch alles ueber eine Agentur zu machen, wie hier fast alle. Mit L. zusammen bei den ganzen Aemtern rumzustehen ist halt nicht so toll. Mal schauen, wann sie nun kommt und wie wir uns aneinander gewoehnen. Bis dahin muss ich noch ihr Zimmer ausmisten, weil das momentan als Kellerersatz dient und es einrichten. Das ist nicht ganz einfach, da dort kein normal grosses Bett reinpasst. 

Wenn sie dann da ist, werde ich wieder einen Mandarin-Kurs belegen und L. soll auch 3 mal die Woche in eine Art Krippe. Hier ist das aber eher eine Art "educational playgroup" und geht immer nur 90 bis 120 min und das auch nur in Begleitung von Maid oder Mama. Soviel zum Thema "Kind ist sinnvoll beschaeftigt und Mama hat mal kurz frei". 

So, das war jetzt erstmal ein kurzes Update. Bald komme wieder mehr Geschichten ueber unser Leben hier in HK (zum Beispiel vielleicht ueber den Taxifahrer, der mich auf halber Strecke rauswarf, weil er kein Benzin mehr hatte oder so).

Liebe Gruesse an alle. Unsere neuen Kontaktdaten erhaltet Ihr bald von uns per Mail. 

Dienstag, 11. März 2008

Für den Opa

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Opa A.!!

L. hat auch als Geschenk seinen 5.Zahn bekommen. Zwar schon vor ein paar Tagen, aber das muß die Zeitverschiebung gewesen sein :-) Dieser war jetzt unten - er hat sich also wohl mittlerweile informiert, in welcher Reihenfolge sie kommen sollten.

Temporarily not available

Heute ist der letzte Abend in unserem Hotel auf Kowloon und ab morgen sind wir mit unserem ganzen Sack und Pack in unserer neuen Wohnung und erst einmal nicht zu erreichen. Kein Telefon, kein Internet, kein Fernseher für bis nach Ostern.

Der Landlord hatte sich am Freitag ja noch lustige Irrungen und Wirrungen ausgedacht und wollte uns dann doch erst am Montag nachmittag in die Wohnung lassen, während er gleichzeitig darauf bestand, dass der Vertrag schon ab Freitag startete. Mal ganz abgesehen davon, dass die Umzugsleute Montag früh kommen sollten, war ich ziemlich sauer, dass wir zahlen sollten, ohne in die Wohnung zu können. Nachdem wir das dann geklärt hatten, konnten wir endlich unsere neue Bleibe besichtigen und im Detail ausmessen. Das wird lustig mit unseren Möbeln und dabei haben wir schon die Hälfte zu Hause gelassen oder bei L.'s Tante untergebracht...

Am Montag morgen traf sich M. mit den Umzugsleuten von Santa Fe und beobachtete, wie die Plombe des Containers geöffnet wurde. Danach fuhr er ins unserer Wohnung, während sie die Kisten in einen Laster umluden, mit dem sie vor unserem Gebäude vorfahren durften. L. und ich machten uns ein wenig später auf den Weg und hatten dabei wieder so ein "Das glaube ich nicht"-Erlebnis. Ich reichte unserem Taxifahrer die Visitenkarte mit unserer Adresse, da ich den Namen noch nicht auf kantonesisch weiß und er zog eine Lupe heraus, um sie zu lesen! Dabei fiel mir auf, dass er schon eine riesige Brille aufhatte! Ich dachte mir, wenn er mit Brille die Adresse nicht lesen kann, darf er dann fahren?! Während ich darüber nachdachte (mit L. auf dem Schoß ohne Kindersitz, so wie das hier eben so ist), fiel mir auf, dass er unter seiner Baseballkappe die leere Folienpackung von Krabbenkeksen stecken hatte und sich noch eine weitere in den Nacken gestopft hatte. Um sich zu schützen vor kosmischer Strahlung?
Er fuhr dann aber gut und wir kamen sicher an.

Die Umzugsleute waren prima und brachten unglaublich schnell unsere "269 items" in den 28.Stock. Ich war sehr erleichtert, als irgendwann nichts mehr nachkam, weil ich schon nach der Hälfte nicht mehr wusste, wohin mit dem Kram. Die Räume sind sehr schmal geschnitten, haben aber sehr hohe Decken. Genau das Gegenteil von unserer alten Wohnung und wir werden nun einiges umbauen müssen. Aber, es war so toll, sich nun endlich zu Hause fühlen zu können! Komisch, aber erst mit meinen Möbeln wurde es mir richtig klar, dass wir nun hier wohnen. Im Hotel hatte das immer noch den Anschein eines langen, anstrengenden Urlaubs.

Nachdem sie nun zwei Tage eingeräumt und Schränke aufgebaut haben, packe ich gerade unsere Sachen aus dem Hotelzimmer zusammen. Morgen früh um 9:00 werden wir abgeholt mit einem weiteren Umzugswagen und L. und ich ziehen komplett um.

Wir wünschen allen frohe Ostern und schöne Feiertage, Frühlingsgefühle, Osterglocken, Narzissen, Schokohasen und alles, was uns sonst noch hier fehlt.


Danke, A. für Deine Nachfrage : Keine Ahnung, warum wir so lange krank waren. Ich glaube, dass es einerseits ein Abschieds-Mini-Noro-Virus aus Deutschland war und andererseits die Anpassung an die schlechtere Luft hier. Die Klimaanlage kann es noch nicht gewesen sein, da die zu der Zeit Sendepause hatte. Hier war es ja auch kalt. Aber WIR SIND WIEDER GESUND UND TOPFIT!