Wo waren wir? Mein Nestbautrieb hat zugeschlagen und ich war beschaeftigt damit, eine Babydecke zu stricken (noch nicht fertig), eine Kinderzimmerwand mit Fischen und einem Boot zu bemalen, das Dilemma eines guenstigen fahrbaren Babysitzes fuer Hong Kong zu loesen, eine Babyshower fuer eine Freundin zu organisieren und nicht zuletzt damit, meinen Schwiegereltern Hong Kong zu zeigen.
Ausserdem habe ich einen Einsteigerkurs in Kantonesisch besucht und kann mittlerweile Dim Sum im Restaurant auf kantonesisch bestellen. Aber nur zwei Sorten, am Rest arbeite ich noch.... Zusaetzlich kann ich dem Taxifahrer sagen, dass er bitte hier stoppen soll (Ni dou ting, mg goi). Das verstehen die meisten zwar auch auf englisch, aber es macht mehr Spass so.
Mein Experiment auf dem Markt auf kantonesisch nach dem Preis zu fragen, war nur halbwegs erfolgreich. Ich habe zwar brav "Ni goh gei doh chin a?"gefragt, aber als Antwort bekam ich den Preis leider nicht auf kantonesisch (das war die Aufgabe, zum Ueben, ob man das dann auch verstehen wuerde), sondern der Typ antwortete einfach "Fourty". Hatte wohl keine Lust auf eine radebrechende Langase... Manche tippen es auch schnell in ihre riesen Taschenrechner und halten einem die Zahl hin. Zum zweiten Teil meines einstudierten Dialogen, bei dem ich dann einen Betrag nenne und frage, ob es nicht auch guenstiger geht, bin ich noch nie gekommen. Aber man handelt hier eh nicht so wie in China. Man kann hoechstens 168 Dollar auf 160 runterhandeln, aber nicht 320 auf 60 oder so.
Kantonesisch kann L. noch nicht, aber manche Woerter kann er jetzt auf englisch (und dafuer dann aber nicht auf deutsch). Unsere Maid hat ihm beigebracht, bei jeder Windel, die er sieht, "Ditty" (dirty) zu sagen und die Nase zu ruempfen. Ausserdem hat er sich letztens selbst gelobt und sich "Goodboy" genannt. Zu dem seltsamsten Woertern, die er nun kann, gehoert "Oppall" fuer Unfall, weil sein Freund E. das immer sagt, wenn die beiden Boxauto fahren und aneinander stossen. Jetzt knallt er immer mit seinem Bobbycar an die Moebel und schreit "Oppall".
Ach, und das Wetter hat sich endlich geaendert und wir haben Herbst. Sooo schoen, endlich mal nicht schon klatschnass geschwitzt zu sein, sobald man in aus dem Haus tritt. L. hatte letzte Woche zum ersten Mal in fuenf Monaten Socken an und beschaute nur immer sehr interessiert seine Fuesse. Ein echtes Schoenwetterkind...
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