Donnerstag, 19. Februar 2009

Wuerstchen in Hong Kong

Jetzt bin ich eine von den Grossen-Mamas und nicht mehr nur eine Baby-Mama. Ich verbringe nun naemlich meine Zeit mit einem weiteren neuen Familienmitglied, dem Toepfchen. Ich moechte L. zwar nicht gerade im Moment von Windeln entwoehnen, weil er durch seine kleine Schwester eh schon genug durch den Wind ist, aber seit ich auf dem Flohmarkt ein Toepfchen gekauft habe, will er das immer mal wieder ueben.

Jetzt sitzten wir beide also relativ regelmaessig in seinem Zimmer auf dem Boden. Er auf dem Toepfchen und ich davor und wir lesen ein Buch, waehrend er sein Gesichtchen verzieht und ich darauf warte, dass irgendetwas passiert.

Vor ein paar Tagen hat er dann tatsaechlich sein erstes Wuerstchen in sein Toepfchen abgeseilt und abgesehen von der Tatsache, dass danach bei Aufstehen sein Hintern am Toepfchen haengen blieb und er seine ganze Produktion auf den Kinderzimmerboden kippte, waren wir beide sehr stolz. So stolz, dass ich das direkt mit meinem Handy fotografieren und M. mit dem Titel "Look at this!" ins Buero schicken musste. Er kam gerade vom Essen und war erstaunlicherweise weniger begeistert als wir, aber das kommt wohl noch.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Hongkonger Naechte sind lang...

...erst fang'n sie ganz langsam an, aber dann, aber dann.... Kennt noch jemand das 70-er Jahre Lied "Kreuzberger Naechte sind lang"? Ja, ich gebe zu, dass meine musikalische Frueherziehung weniger klassisch als Schlager basiert war. Ich kann zwar Chopin nicht von Mozart unterscheiden, aber das Lied von den Gebruedern Blattschuss kann ich fast auswendig. Unser Grosser steht momentan auf Pink!. Mal sehen, was er spaeter von seiner fruehsten Kindheit singen kann.

Aber was ich eigentlich erzaehlen wollte: Die Kleine schlaeft nachts wie ein Engel, nachdem man sie bis Mitternacht auf dem Petzi Ball gedoppst hat, aber der Grosse macht stellenweise die Nacht zum Tag. Er moechte zwar nicht mitten in der Nacht spielen, wie seine liebe, nun schon dreijaehrige, Freundin aus Muenchen, aber wir waren trotzdem eine Stunde mit ihm beschaeftigt. Er wurde wach und schrie wie am Spiess und liess sich durch fast nichts beruhigen. Nach einer Stunde hatte ich ihn dann wieder halbwegs im Bett, aber musste auch immer seinen Ellenbogen pusten, weil er natuerlich da nun auch ein "Aua" hat, ganz wie der Papa. Seine Schwester schlief durch das ganze infernalische Geschreie selig durch und waehrend er und ich nun schon wieder seit einer Stunde wach sind und gerade fruehstuecken, liegt die Kleine immer noch im Bett und pennt.

Wenn ich nur sie haette, dann wuerde ich Kinder haben wahrscheinlich bis auf die Abendstunden fuer ein Kinderspiel halten. Vielleicht sind die Zweiten so. Wenn ich noch einmal von vorne anfangen muesste (in meinem naechsten Leben), dann wuerde ich gerne mit dem Zweiten anfangen. Alle, die noch keine Kinder haben, sollten sich das auch ueberlegen.

Update

Es ist kurz vor zwoelf, die Kleine schlaeft seit einer halben Stunde und ich geniesse die paar Minuten am Tag, an denen keiner was von mir will. L. wurde dann ja leider doch noch eifersuechtig und will nun immer viel schmusen, an meinem Bein haengen, auf meinem Schoss sitzen, auf meinem Ruecken reiten und generell eigentlich meine 100%ige Aufmerksamkeit. Da stoert doch diese Kleine nur. Deswegen soll ich sie seiner Meinung auch entweder in den Kinderwagen, die Wippe, das Bett oder das Waschbecken legen - was halt gerade so in der Naehe ist.

Dafuer ist die Kleine eigentlich sehr brav und schlaeft viel - eben nur nicht abends, wenn man selbst langsam gerne ins Bett gehen wuerde. Aber wir moechten mal nicht undankbar sein. Da haben wir mit unserem grossen kleinen Monster schon Anstrengenderes durchgemacht.

Da wir ja schon lange nicht mehr im Krankenhaus waren, hat sich M. am Montag den Schleimbeutel aus dem Ellbogen entfernen lassen. Nein, natuerlich haben wir das nicht aus reiner Langeweile gemacht. Der Schleimbeutel war chronisch entzuendet und wollte nicht mehr laenger warten. Nun doppse ich die Kleine eben alleine, weil der Papa nichts richtig heben kann. Er war auch im Matilda Hospital, so wie ich fuer die Geburt. Wir haben uns lachend vorgestellt, wie L. reagiert haette, wenn er nachtmittags zu uns gekommen waere und das Krankenhaus erkannt haette. "Oh, nein! Jetzt hat der Papa auch noch ein Baby gemacht! Jetzt nehmen wir da noch eins heim...!". Tja, wenn das so einfach waere mit dem Kinder machen.

Bevor ich jetzt ins Bett gehe, noch schnell eine kleine Geschichte aus der Zeitung von heute:
Da in Hong Kong in letzter Zeit einige toedliche Autounfaelle unter Alkoholeinfluss Schlagzeilen machten, gibt es nun ausser der Initiative fuer ein absolutes Alkoholverbot noch einen viel realistischeren Ansatz des lokalen ADAC. Man kann eine Hotline anrufen, wenn man in Lan Kwai Fong (der oertliche Ballermann Mitten in der Stadt) trotzdem getrunken hat und dann fahren die einen heim und schleppen das Auto nach Hause ab. Ist das nicht cool? Statt zu riskieren, dass ein Alkoholverbot die wenigen Leute, die noch Geld haben, vom Trinken abhaelt, bietet man lieber einen Taxiservice fuer die trinkenden Spendierhosen an. Alles fuer die Wirtschaft!

Sonntag, 8. Februar 2009

Eric Carle einmal anders

Wer kennt sie nicht, "Die kleine Raupe Nimmersatt" von Eric Carle ueber die Raupe, die sich eine Woche lang durch diverse Leckereien frisst, ohne jemals satt zu werden?

Hier ist meine kuerzere Version von heute:

Nachts im Mondenschein lag neben der Mama ein kleines Baby. Die Mama wickelte es, stillte es drei Mal und doppste es ein wenig auf einem Ball.

Und an einem trueben Sonntagmorgen, kurz nachdem das Baby vom Stillen wieder eingeschlafen war, schluepfte im Nebenzimmer -knack- ein kleiner Junge aus seinem Schlafsack.

Die Mama machte sich muede auf den Weg, um mit dem Papa, dem Baby und dem kleinen Jungen den Tag zu beginnen.

Zuerst zog sie den Jungen an, aber geduscht war sie immer noch nicht.

Dann zog sie das Baby an, aber geduscht war sie immer noch nicht.

Danach tanzte sie mit Papa, dem Baby und dem Jungen zu der neuen Pink CD, aber geduscht war sie immer noch nicht.

Nachdem sich das Baby komplett eingespuckt hatte, badete sie das Baby gemeinsam mit dem Papa, aber geduscht war sie immer noch nicht.

Sie machte Mittagessen und brachte den Jungen zum Mittagsschlaf ins Bett, aber geduscht war sie immer noch nicht.

Die Mama raeumte das Lego weg und zog sich an, aber geduscht war sie immer noch nicht.

Am Nachmittag doppste sie mit dem Baby und dem Jungen auf dem Ball, wickelte den Jungen und das Baby, stillte das Baby, ging mit allen dreien spazieren, trank einen Tee und stillte wieder das Baby, aber geduscht war sie immer noch nicht. An diesem Abend war sie ganz schoen stinkig!

Am naechsten Tag schliefen beide Kinder laenger und Mama duschte sich. Es ging ihr nun viel besser!

Sie war nicht mehr stinkig, sie war richtig sauber. Sie war auch nicht mehr verspannt, sie war ruhig und erholt.

> Das mit dem Kokon spare ich mir zwar, aber ansonsten musste ich heute viel an die kleine Raupe denken. Aber vielleicht klappt es ja auch so mit dem bunten Schmetterling. Lust auf ein Make-over haette ich schon und wenn jemand Tipps fuer eine gute Abdeckcreme hat, dann nehme ich die auch gerne an.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Fuer meine Freunde in der Personalabteilung

Heute morgen stand in der Zeitung, dass sie in China eine Stellenanzeige von einer Personalvermittlungswebsite loeschen mussten, weil der Inhalt nicht unbedingt politisch korrekt war. Ein Manager einer Firma im Westen von China hatte eine persoenliche Assistentin gesucht mit dem Hinweis, dass sie willens sein muesste, mit ihm zu schlafen.
100 Punkte fuer Ehrlichkeit, aber doch eher nur 0 Punkte fuer Stil.

So schade, dass keiner bei Infineon oder Qimonda auf die Idee kam. Es waere doch viel schoener, einem Manager nach der Pruefung der Personalanforderung zu erklaeren, dass man das so nicht unbedingt ausschreiben kann. Am Besten mit dem Lautsprecher an, damit das gesamte Grossraumbuero zuhoeren kann. Viel besser, als sich seine eigene Abfindung auszurechnen...

Abendgestaltung der Expat-Familie

Was treiben wir so abends in der Millionenstadt Hong Kong mit tausenden guter Restaurants? Wir doppsen und balancieren...

Gestern Abend hatten wir den Grossen endlich um 20:00 im Bett und M. hatte uns einen Salat gemacht, waehrend ich die Kleine auf meinen Beinen schaukelnd einhaendig bloggte (so wie eben, uebrigens). Puenktlich zum Abendessen um 21:00 wurde der Grosse dann wieder wach und wollte sich nicht mehr beruhigen. Um noch eine Chance zu haben, den Salat frisch zu essen, uebergab ich die Kleine an den Papa und nahm den Grossen raus und ass mit ihm auf dem Schoss. Er fuetterte mich mit meiner Gabel und M. und ich versuchten, unseren Kindern nicht auf den Kopf zu tropfen.

Da unser Grosser anscheinend ein Kinder-Psychologie-Buch gelesen hat ueber "Wie verhalten sich grosse Geschwister, wenn Familienzuwachs kommt", verhaelt er sich jetzt lehrbuchmaessig und wollte nach dem Essen unbedingt in den Kinderwagen von der Kleinen. Damals, als es noch sein eigener Kinderwagen war, hat er ihn gehasst (unsere Nachbarn in Deutschland koennten das bestaetigen, da ich fast immer mit einem weinenden Baby auf dem Arm, den Kinderwagen schiebend von unseren Spaziergaengen nach Hause kam), aber jetzt liebt er ihn. Unser fast zweijaehriges Kind musste also mit seinem Schlafsack in den Kinderwagen, stopfte sich den damals genauso verhassten Schnuller in den Mund und wies mich an, den Sonnenschutz zu schliessen, damit er ein wenig Privatsphaere haette. Dann musste ich ihn in den dunklen Flur schieben und alleine lassen, weil er entschied, von nun ab im Kinderwagen zu schlafen. Erstaunlicherweise schlief er tatsaechlich kurz danach darin ein, so dass M. ihn ins Bett tragen konnte, waehrend ich bis 23:00 eine blaehende zwei Wochen alte auf unserem Petzi-Ball doppste.

Ich nehme an, die vielen Restaurants muessen noch eine Weile auf uns verzichten...

Unsere grosse Kleine


Unser Familienzuwachs ist uebrigens mit ihren 54cm Geburtsgroesse groesser als 97% aller Vergleichsbabies aus unserer Tabelle in ihrem Untersuchungsheft. Ganz schoen grosse kleine Maus. Hoffentlich wird sie nicht mal 1,85m oder so. Am Besten melde ich sie jetzt schon mal zum Basketball an. Wobei, wenn sie nach ihrer Mutter kommt... Meine Laenge hat mir da auch nichts geholfen und ich haette wohl noch so ungefaer einen Meter laenger sein muessen, um diesen daemlichen Korb wirklich zu treffen.

Same, same, but different

So, und wie ist es jetzt mit einem zweiten Baby? Sehr anders und doch gleich. Die Kleine hat sich nach zwei sehr braven Wochen vor zwei Tagen entschieden, sich mehr an ihrem Bruder zu orientieren, als er klein war und die Nacht zum Tag zu machen. Sie war jede Nacht drei Stunden wach und liess sich nur schwer von M. oder mir zum Schlafen zu bringen. Das kam uns doch sehr bekannt vor. Aber im Gegensatz zu Deutschland, wo ich dann mit dem Kleinen morgens noch ein wenig geschlafen habe, wird hier ja um 6:30 Zwerg Nummer 1 wach und will zu uns ins Bett und schauen, was das "Baby" macht. Dank unserer Perle kann ich ihn dann aber mit ihr noch einmal auf den Spielplatz schicken und doch noch mal ein wenig weiterschlafen. Deswegen bin ich auch noch recht entspannt. Schlimm an den schlaflosen Naechten sind ja eh immer die Tage danach, an denen man sich irgendwie wach halten muss. Dank unserer Hilfe hier, sind die Tage danach nicht ganz so schlimm. Aber wenn wir sie nicht haetten, haette ich wahrscheinlich auch nicht willentlich zwei Kinder in einem Abstand von nur 20 Monaten bekommen.

Mit L. konnte ich tagsueber in Muenchen im Wald spazieren gehen (zumindest bis er anfing zu weinen) und danach zu unseren Freunden in den Garten Eis essen. Hier gehe ich an der Strasse entlang und mit L. auf unserem Gelaende auf den Spielplatz. Mir fehlen meine Freunde und die Zeit im Garten sehr, aber immerhin koennen wir hier bald wieder mit den Kids an den Pool. Sofern ich bis dahin meinen Bauch losgeworden bin... Es ist also nicht unbedingt schlechter, nur ganz anders. Ich freue mich aber trotzdem sehr auf die Zeit in Deutschland im Sommer.

Unsere Kleine schlaeft hier jetzt neben mir auf dem Sofa und nach dem Abendessen werden wir sie baden, in der Hoffnung, dass sie dann laaaaange und tieeeeef schlaeft.