Es ist kurz vor zwoelf, die Kleine schlaeft seit einer halben Stunde und ich geniesse die paar Minuten am Tag, an denen keiner was von mir will. L. wurde dann ja leider doch noch eifersuechtig und will nun immer viel schmusen, an meinem Bein haengen, auf meinem Schoss sitzen, auf meinem Ruecken reiten und generell eigentlich meine 100%ige Aufmerksamkeit. Da stoert doch diese Kleine nur. Deswegen soll ich sie seiner Meinung auch entweder in den Kinderwagen, die Wippe, das Bett oder das Waschbecken legen - was halt gerade so in der Naehe ist.
Dafuer ist die Kleine eigentlich sehr brav und schlaeft viel - eben nur nicht abends, wenn man selbst langsam gerne ins Bett gehen wuerde. Aber wir moechten mal nicht undankbar sein. Da haben wir mit unserem grossen kleinen Monster schon Anstrengenderes durchgemacht.
Da wir ja schon lange nicht mehr im Krankenhaus waren, hat sich M. am Montag den Schleimbeutel aus dem Ellbogen entfernen lassen. Nein, natuerlich haben wir das nicht aus reiner Langeweile gemacht. Der Schleimbeutel war chronisch entzuendet und wollte nicht mehr laenger warten. Nun doppse ich die Kleine eben alleine, weil der Papa nichts richtig heben kann. Er war auch im Matilda Hospital, so wie ich fuer die Geburt. Wir haben uns lachend vorgestellt, wie L. reagiert haette, wenn er nachtmittags zu uns gekommen waere und das Krankenhaus erkannt haette. "Oh, nein! Jetzt hat der Papa auch noch ein Baby gemacht! Jetzt nehmen wir da noch eins heim...!". Tja, wenn das so einfach waere mit dem Kinder machen.
Bevor ich jetzt ins Bett gehe, noch schnell eine kleine Geschichte aus der Zeitung von heute:
Da in Hong Kong in letzter Zeit einige toedliche Autounfaelle unter Alkoholeinfluss Schlagzeilen machten, gibt es nun ausser der Initiative fuer ein absolutes Alkoholverbot noch einen viel realistischeren Ansatz des lokalen ADAC. Man kann eine Hotline anrufen, wenn man in Lan Kwai Fong (der oertliche Ballermann Mitten in der Stadt) trotzdem getrunken hat und dann fahren die einen heim und schleppen das Auto nach Hause ab. Ist das nicht cool? Statt zu riskieren, dass ein Alkoholverbot die wenigen Leute, die noch Geld haben, vom Trinken abhaelt, bietet man lieber einen Taxiservice fuer die trinkenden Spendierhosen an. Alles fuer die Wirtschaft!
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