Donnerstag, 27. März 2008

Back online!

Guckuck, wir sind wieder da!  Erst einmal ein nachtraegliches "Frohe Ostern" fuer alle. Ich hoffe, Ihr seid nicht komplett eingeschneit und bekommt langsam Fruehlingsgefuehle. 

(Ihr werdet Euch wohl leider an die umstaendliche Umlautschreibung gewoehnen muessen - und ich auch  - weil ich einen neuen Rechner habe mit amerikanischer Tastatur und der kann das sonst nicht.)

Passend zu unserem letzten Blog kann ich heute erst einmal vermelden, dass wir nun den 6.Zahn haben und das komplett ohne Geburtstag, der mir einfaellt, dem wir das heute widmen koennen. Angebote werden gerne angenommen. 

So, was haben wir denn so getrieben in den letzten 16 Tagen? Die Packer hatten ja netterweise fast alle Kartons (so bis auf 15 oder so) ausgepackt und uns das Zeug unsortiert in die Schraenke geraeumt. Meine Aufgabe fuer die naechsten Tage bestand also daraus, ueberall unsere Sachen zusammenzusuchen und neu zu sortieren. Das war alles der perfekte Abenteuerspielplatz fuer L., der fett grinsend zwischen allem rumkrabbelte, was er nicht anfassen sollte und wir spielten ununterbrochen das "Nein"-Spiel. 
Nach einer Woche war Ostern und wir konnten die vier freien Tage gut nutzen, um alles endlich bis auf den letzten Karton zu verraeumen. Nun fehlen nur noch Bilder an den Waenden und ein paar weitere Kleinigkeiten, die wir ueber die naechsten Wochen besorgen koennen. Jetzt koennen wir es erst einmal endlich ein wenig ruhiger angehen lassen. 
Um uns genuegend Druck zu machen fuers Aufraeumen luden wir uns am Ostermontag vier Paerchen mit Kindern ein und feierten eine spontane "Last Empty Box Party". 

Wie man sieht, entwickelt sich auch unser Social Iife langsam weiter und manche Treffen zeigten uns mal wieder, wie klein diese Welt ist. Wir wurden hier im Bel Air mit offenen Armen empfangen und K., die mir ja schon in Kowloon so lieb geholfen hatte, lud uns weiter oft ein uns stellte uns einem anderen Paerchen mit einer 2-jaehrigen Tochter und einem 5-Wochen alten Sohn vor. Der Mann arbeitet bei der gleichen Firma wie M.s Schwester und nach ein paar Bierchen (die Maenner durften einmal alleine spielen gehen abends), stellte sich heraus, dass er sie sogar kennt!  Auf dem Spielplatz lernte ich St. mit ihrem 2-jaehrigen Sohn kennen, die auch aus Muenchen ist, auch im gleichen Krankenhaus entbunden hat und das genau ein Jahr und einen Tag vor mir und deren Mann Matthias Kollegen kennt, mit dem wir nach Hong Kong kamen.  Wirklich kaum zu glauben... Alle sind super lieb zu mir und an fuehlt sich sehr willkommen.  Es kennt allerdings auch jeder jeden und da die Maids jeweils auch noch untereinander Neuigkeiten verbreiten, bleibt hier nichts unentdeckt. Wie in einer Reihenhaussiedlung, nur das diese hier auf dem Kopf steht und mehr als 100 Meter in die Hoehe ragt. 

Ansonsten habe ich wieder zwei dieser Stadtfuehrungen gemacht und dabei eine Kanadierin kennengelernt, die mit ihrem 13-Monate alten Sohn gerade erst nach Repulse Bay gezogen waren. Die trafen wir dann bei einer Baby-Easter-Party in einem Kinderladen wieder. L. und der Kleine spielten (aber eher jeder fuer sich) und die Erwachsenen unterhielten sich ueber die Distributionsstrategie von Starbucks in Deutschland. Zur grossen Freude von M., der ja ein absoluter Starbucks-Suechtiger ist, arbeite ihr Mann als VP bei Starbucks und damit war das Gespraechsthema klar. Aber besser als immer ueber Windeln zu reden. Die Party war wieder mal typisch fuer Hong Kong und so ganz anders als bei uns. Laut und schnell und zwar anstrengend fuer uns Erwachsene, aber anscheinend OK fuer die Zwerge. Das muss hier echt was mit der Abhaertung zu tun haben. 

Achtung, jetzt kommt ein Part aus der Kategorie "Deine Sorgen moechte ich haben" und wer denkt, dass es uns hier eh schon zu gut geht, der sollte das besser ueberspringen.
Wir haben heute den Papierkram fuer unsere Maid abgegeben und hoffen, dass sie in 8 Wochen spaetestens bei uns sein wird. Sich fuer jemanden zu entscheiden, der dann 24 Stunden bei einem in der kleinen Wohnung sein wird und - viel wichtiger - auch mal auf L. aufpassen soll, ist nicht leicht. Wir hatten uns eigentlich fuer Li. entschieden, weil sie nett war, schon seit 14 Jahren hier arbeitet und eine Freundin von K.s Maid ist. Bei dem zweiten Treffen war sie dann im Bezug auf ihre Papier irgendwie komisch, so dass M. und ich wieder unsicher wurden und tausend Alternativszenarien druchspielten. Beim dritten Treffen war sie dann wieder sehr nett und wir entschieden uns fuer sie. Da sie aber den letzten Vertrag nicht beendet hat, verlangt die Regierung von den Philippinen recht viele Dokumente und nachdem ich alles fuer das Immigration Office hier in HK zusammen hatte, kapitulierte ich gestern und wir entschieden, doch alles ueber eine Agentur zu machen, wie hier fast alle. Mit L. zusammen bei den ganzen Aemtern rumzustehen ist halt nicht so toll. Mal schauen, wann sie nun kommt und wie wir uns aneinander gewoehnen. Bis dahin muss ich noch ihr Zimmer ausmisten, weil das momentan als Kellerersatz dient und es einrichten. Das ist nicht ganz einfach, da dort kein normal grosses Bett reinpasst. 

Wenn sie dann da ist, werde ich wieder einen Mandarin-Kurs belegen und L. soll auch 3 mal die Woche in eine Art Krippe. Hier ist das aber eher eine Art "educational playgroup" und geht immer nur 90 bis 120 min und das auch nur in Begleitung von Maid oder Mama. Soviel zum Thema "Kind ist sinnvoll beschaeftigt und Mama hat mal kurz frei". 

So, das war jetzt erstmal ein kurzes Update. Bald komme wieder mehr Geschichten ueber unser Leben hier in HK (zum Beispiel vielleicht ueber den Taxifahrer, der mich auf halber Strecke rauswarf, weil er kein Benzin mehr hatte oder so).

Liebe Gruesse an alle. Unsere neuen Kontaktdaten erhaltet Ihr bald von uns per Mail. 

Dienstag, 11. März 2008

Für den Opa

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Opa A.!!

L. hat auch als Geschenk seinen 5.Zahn bekommen. Zwar schon vor ein paar Tagen, aber das muß die Zeitverschiebung gewesen sein :-) Dieser war jetzt unten - er hat sich also wohl mittlerweile informiert, in welcher Reihenfolge sie kommen sollten.

Temporarily not available

Heute ist der letzte Abend in unserem Hotel auf Kowloon und ab morgen sind wir mit unserem ganzen Sack und Pack in unserer neuen Wohnung und erst einmal nicht zu erreichen. Kein Telefon, kein Internet, kein Fernseher für bis nach Ostern.

Der Landlord hatte sich am Freitag ja noch lustige Irrungen und Wirrungen ausgedacht und wollte uns dann doch erst am Montag nachmittag in die Wohnung lassen, während er gleichzeitig darauf bestand, dass der Vertrag schon ab Freitag startete. Mal ganz abgesehen davon, dass die Umzugsleute Montag früh kommen sollten, war ich ziemlich sauer, dass wir zahlen sollten, ohne in die Wohnung zu können. Nachdem wir das dann geklärt hatten, konnten wir endlich unsere neue Bleibe besichtigen und im Detail ausmessen. Das wird lustig mit unseren Möbeln und dabei haben wir schon die Hälfte zu Hause gelassen oder bei L.'s Tante untergebracht...

Am Montag morgen traf sich M. mit den Umzugsleuten von Santa Fe und beobachtete, wie die Plombe des Containers geöffnet wurde. Danach fuhr er ins unserer Wohnung, während sie die Kisten in einen Laster umluden, mit dem sie vor unserem Gebäude vorfahren durften. L. und ich machten uns ein wenig später auf den Weg und hatten dabei wieder so ein "Das glaube ich nicht"-Erlebnis. Ich reichte unserem Taxifahrer die Visitenkarte mit unserer Adresse, da ich den Namen noch nicht auf kantonesisch weiß und er zog eine Lupe heraus, um sie zu lesen! Dabei fiel mir auf, dass er schon eine riesige Brille aufhatte! Ich dachte mir, wenn er mit Brille die Adresse nicht lesen kann, darf er dann fahren?! Während ich darüber nachdachte (mit L. auf dem Schoß ohne Kindersitz, so wie das hier eben so ist), fiel mir auf, dass er unter seiner Baseballkappe die leere Folienpackung von Krabbenkeksen stecken hatte und sich noch eine weitere in den Nacken gestopft hatte. Um sich zu schützen vor kosmischer Strahlung?
Er fuhr dann aber gut und wir kamen sicher an.

Die Umzugsleute waren prima und brachten unglaublich schnell unsere "269 items" in den 28.Stock. Ich war sehr erleichtert, als irgendwann nichts mehr nachkam, weil ich schon nach der Hälfte nicht mehr wusste, wohin mit dem Kram. Die Räume sind sehr schmal geschnitten, haben aber sehr hohe Decken. Genau das Gegenteil von unserer alten Wohnung und wir werden nun einiges umbauen müssen. Aber, es war so toll, sich nun endlich zu Hause fühlen zu können! Komisch, aber erst mit meinen Möbeln wurde es mir richtig klar, dass wir nun hier wohnen. Im Hotel hatte das immer noch den Anschein eines langen, anstrengenden Urlaubs.

Nachdem sie nun zwei Tage eingeräumt und Schränke aufgebaut haben, packe ich gerade unsere Sachen aus dem Hotelzimmer zusammen. Morgen früh um 9:00 werden wir abgeholt mit einem weiteren Umzugswagen und L. und ich ziehen komplett um.

Wir wünschen allen frohe Ostern und schöne Feiertage, Frühlingsgefühle, Osterglocken, Narzissen, Schokohasen und alles, was uns sonst noch hier fehlt.


Danke, A. für Deine Nachfrage : Keine Ahnung, warum wir so lange krank waren. Ich glaube, dass es einerseits ein Abschieds-Mini-Noro-Virus aus Deutschland war und andererseits die Anpassung an die schlechtere Luft hier. Die Klimaanlage kann es noch nicht gewesen sein, da die zu der Zeit Sendepause hatte. Hier war es ja auch kalt. Aber WIR SIND WIEDER GESUND UND TOPFIT!

Mittwoch, 5. März 2008

Das ist für die 6 Großeltern

L. hat zwei neue Zähne bekommen! Oben! Ich werde ihm wohl noch einmal erklären müssen, dass Babies die ersten Zähne normalerweise unten bekommen. Jetzt hat er einen unten und drei oben. Wahrscheinlch war das heute sein Geburtstagsgeschenk für Oma H.. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Ansonsten zieht er sich nun überall zum Stehen hin und wackelt jetzt auch schon am Sofa oder der Badewanne entlang, wenn er sich oben festhält. Die Wahrscheinlichkeit ist also gar nicht so gering, dass er bis zur Hochzeit von B. und J. im Juni laufen kann. Soll er dann da vielleicht Blumen schmeißen... ich meine essen? Es muß nämlich alles in den Mund. Flusen, Kulis, die Fernbedienung, Kabel, meine Schuhe, Kekskrümel auf dem Boden.... und mindestens 4 Mahlzeiten am Tag. Er (fr)ißt gerade wie ein Scheunendrescher. Ein kleiner...

Liebe Grüße an die Großeltern von dem nun 4-Zähnigen Monster!

Ein Tag im Leben von Mama und Sohn

Da ich hier keinen Job habe, noch keine Wohnung und auch nicht viele Bekannte, könnte man sich ja fragen, was wir den ganze Tag so treiben. Ja, was haben wir denn heute so gemacht?

L. wird immer mit oder vor Sonnenaufgang wach und während wir im Bett noch ein wenig spielen, sehe ich mir von unserem großen Fenster den Sonnenaufgang über dem Wasser an. Heute hat das Wasser richtig gefunkelt und der Himmel war blau, im Gegensatz zu einigen Tagen, an denen ich kein einziges Schiff erkennen konnte, weil die Luft so verschmutzt war. Dann stehen wir auf und der Kleine bekommt sein Frühstück, das er verschlingt und nach ein wenig Spielen legen wir uns noch einmal für eine Stunde hin. Die brauche ich auch, weil wir selten vor halb eins ins Bette gehen (M. kommt immer relativ spät heim und dann müssen wir noch tausend Sachen besprechen) und dann ist die Nacht bis halb sieben ja nicht mehr so lang.

Danach hat L. heute ein wenig mit dem Zimmermädchen gespielt - eine ältere Dame, die nur kantonesisch spricht und ihn total süß findet - und gingen los zur Fähre. Wir fuhren nach Central, gingen zur Post, luden unsere Fahrkarte wieder auf und machten uns auf den Weg durch Lang Kwai Fong (LKF) zum Universal Trade Center. LKF ist eines der Amüsierviertel von Hong Kong, im Gegensatz zu Wan Chai, allerdings das ohne so viele Nutten. Es ist eher so wie Mallorca am Strand und recht lustig, da tagsüber rumzulaufen, während die ganze Bars sich für die Nacht vorbereiten. Ältere Männer ziehen Karren die sehr steilen Straßen rauf mit allem von Müll bis zu Bierfässern oder Kisten mit Essen. Wir kennen die Gegend tagsüber nun ziemlich gut, weil da auch unser Arzt ist und da waren wir ja nun schon wirklich oft.

Nach einem steilen Aufstieg kamen wir dann zum Universal Trade Center für unsere Playgroup von der Kindermusik. Wir sind heute einen kleinen Unweg gelaufen und haben uns die "Mozart Stub'n" angesehen. Dort gibt es das beste Schnitzel "south of Vienna". Wenn ich also einmal Heißhunger bekomme, weiß ich jetzt Bescheid.

Hatte ich schon erzählt, dass in dem Universal Trade Center eine unglaubliche Auswahl an Aktivitäten für Kinder angeboten wird? Malkurse, Mandarinkurse, Nachhilfe, Science Club, Kindermusik, Ballett... Wir müssen wohl noch ein paar Jahre bleiben, damit L. das auch alles nutzen kann. L. war zwar total übermüdet, aber als er die anderen Kinder und das Spielzeug gesehen hat, war er quasi schon weg. Wer braucht schon die Mutter? Ich bin aber sehr stolz auf ihn, dass er so selbständig ist und so auf andere zugeht.

Nach der Stunde schlief L. erschöpft im Babycarrier ein und ich wanderte von LKF nach links ab in einen kleinen Park um die St. John's Cathedral. Es war recht surreal, diese weiße englische Kirche inmitten von Bäumen zwischen den ganzen Hochhäusern zu sehen. Aber sehr schön. Wir bummelten weiter durch Hochhäuser, unter Straßen hindurch und über Straßen hinweg zum Hong Kong Park, in dem es Springbrunnen, Spielplätze, Tiere etc. gibt. Eine kleine Oase in der Innenstadt.

Vom Park spazierte ich weiter nach Osten Richtung Wan Chai. Auf dem Weg erkundeten wir die große Pacific Place Mall. Im 3. und 4. Stockwerk könnte man perfekt einkaufen, wenn man so ungefähr 100.000€ im Monat zur Verfügung hätte: Burberry, Dior, LV, Bally, Max Mara, Gucci, ... Nach unten wird es immer günstiger und ich werde wohl maximal im Erdgeschoß einkaufen, wenn ich da mal shoppen gehe. Aber da ich gestern den H&M gefunden habe, bin ich eh versorgt.
Auf dem Weg zur Fähre in Wan Chai gingen wir dann noch zum Immigration Office und holten meine Hong Kong ID ab. Nachdem wir wieder in Hung Hom waren, kümmerte ich mich darum, dass unser Internetanschluß repariert wurde und ging mit L. einkaufen. Ich muß wohl langsam tatsächlich in kein Fitness Studio mehr, da ich den ganzen Tag 9kg Baby und nach dem Einkaufen noch zwei Tüten und einen 5l Kanister Wasser mit mir rumschleppte. Strong German woman.

So, ich habe gerade Sushi und Früchte aus dem Supermarkt gegessen und der Tag ist nun langsam vorbei. Wir sind diese Woche noch damit beschäftigt, die Gegend zu erkunden, um uns dann hoffentlich ab nächste Woche um die Einrichtung der Wohnung zu kümmern.

Dienstag, 4. März 2008

Es wird oder auch nicht?

Am Sonntag hätte sich um 11:00 eine Maid vorstellen sollen, aber sie rief um 11:20 an, dass sie jetzt losfahren würde. Daraufhin habe ich ihr gesagt, dass sie in dem Fall gleich da bleiben kann. Zwei Personen im Haushalt, die kreativ mit der Zeit umgehen, halte ich nicht aus. Es ist aber generell ein komisches Gefühl, sich nach einer Hausangestellten umzuschauen. Da sind wir Europäer im 21.Jahrhundert nicht so dran gewöhnt. Ich muß aber zugeben, dass ich mich schon darauf freue, nicht mehr immer selbst kochen zu müssen, eine aufgeräumte Wohnung zu haben, immer einen Babysitter für Linus... Ich werde nicht mehr zurückommen können, weil ich mich schon daran gewöhne, bevor es überhaupt angefangen hat.

Gestern kam unser Container an! Und entgegen der Aussage, dass es eine Woche dauern würde, alles duch den Zoll zu bringen, hätten sie uns alles tatsächlich schon morgen liefern können! Aber wir erfahren ja erst am Freitag, ob wir ab Samstag die Wohnung haben und dementsprechend ab Montag der Container ausgeladen werden kann. Was für eine Zeitplanung.

Alte Gewohnheiten sterben langsam. Hier steht auf der Straße immer in großen weißen Buchstaben "Look left" oder "Look right", damit die dummen Nicht-Hong Konger (also ich) nicht überfahren werden. Ich schaue automatisch immer auch noch auf die andere Seite, falls mal ein Auto doch von der "richtige" Seite kommt. Ich werde mich wohl gerade daran gewöhnt haben, wenn wir zurückziehen und werde am ersten Tag zu Hause vom Taxi überrollt.

Wir können hier von unserem Hotelzimmer direkt auf den Kai schauen, auf dem morgens alte Damen eine Art Tai Chi-Jazz Dance aufführen und den Rest des Tages Männer angeln - lustigerweise direkt neben dem Schild "No fishing". Keine Ahnung, was die mit den armen Viechern machen. Der Hafen ist so dreckig, ich würde keinen Fisch daraus essen wenn er komplett eingeschweist wäre. Vor ein paar Tagen sah ich einen, der den Fisch neben sich legte, ihn sich zu Tode zappeln ließ und auf die Frage, ob er ihn essen oder zurückwerfen würde, sagte, er würde ihn zurückwerfen wollen. Das ist ja nett, aber wenn er schon tot ist, bringt ihm das auch nicht wirklich was.

Montag, 3. März 2008

Im Krebsgang

M. und ich haben literarische Wochen und dachten uns, was Günter Grass kann, das können wir schon lange. Im Krebsgang ist nämlich nicht nur Titel einer Novelle von ihm, sondern auch Überschrift unserer Wohnungssuche im Moment. Danke an alle, die uns schon gratuliert haben, aber da waren wir wohl etwas voreilig. Es geht dazu gerade zwei Schritte vor und drei zurück, um dann wieder einen vor und vier zurück zu gehen....

Nachdem wir dachten, alles wäre in Ordnung erklärte uns der Vermieter, dass er nun noch einen anderen eventuellen Mieter gefunden hätte, der mehr zahlen würde und wenn wir nun wieder unser Angebot erhöhen würden, dann wären wir wieder im Spiel. Das war, nachdem wir schon mit ihm in der Wohnung per Handschlag bekräftigt haben, dass wir die Wohnung auf jeden Fall möchten. Ja, ich weiß, eine weitere Lektion gegen Naivität - was erwarte ich hier auch schon von einem Handschlag? Aber wenn er von sich aus darauf einschlagen will, dann denkt man als Europäer irgendwie, das würde etwas bedeuten. Mein Vater hat wohl recht, das hat er bestimmt in einem Film gesehen und denkt sich, die Langnasen stehen auf sowas (jetzt muß ich wohl 5€ in die Kultur-Chauvi Kasse geben...). Nachdem wir mit der Firma gesprochen hatten, einigten wir uns in hektischen Telefonaten mit der Maklerin abends um elf darauf, noch einmal mitzugehen und auszusteigen, wenn er danach weiter verhandeln wollte. Dann stünden wir allerdings wieder komplett ohne Wohnung da.

Am Wochenende war der Vermieter nicht zu erreichen und dann hatte er sich auch schon etwas Neues einfallen lassen. Der Vertrag sollte nun nicht mehr am 11., sondern schon am8.3. anfangen, da er schneller mit der Renovation fertig geworden war und nun keine drei Tage Leerstand haben wollte. Dem haben wir dann auch zugestimmt, obwohl wir nicht wissen, wann der Container da ist und wir überhaupt richtig einziehen können. Er hätte gestern hier ankommen sollen und bräuchte dann noch eine Woche für den Zoll, aber wir haben noch nichts gehört. Dann hieß es, nun fehlten noch zwei weitere Monatsmieten zu der Anzahlung von einer Monatsmiete und damit er auch sicher sein könne, dass die kämen, wolle er nun die erste Rate "non refundable" machen. Bedeutet, er zahlt die 7.000€ nur zurück, wenn wir auch tatsächlich bis zum Freitag alles unterschrieben haben. Mittlwerweile sind an dem Vertragthema der Asienchef, der Asien-Personalchef, die Personalerin, ein Anwalt, die Maklerin, der Controller und eine Buchhalterin beteiligt und ich habe noch nicht einmal die Hälfte der Verwicklungen geschrieben. Alles in allen, sind wir seit Tagen recht intensiv damit beschäftigt und hoffen nun, dass es tatsächlich klappt, dass der Vertrag am Freitag unterschrieben wird (erst dann ist der Asienchef wieder da) und dann direkt per Kurier an den Vermieter geht. Der Vertrag würde dann direkt am Samstag beginnen. Mann, sind wir spontan.

Ich muß übriegens unserem Zwerg Abbitte leisten. Ich habe gestern noch im Brustton der Überzeugung erzählt, dass er noch keine einzige Nacht durchgeschlafen hätte und nun werde ich heute morgen wach und mir fällt erst nach einiger Zeit auf, dass er sich die Nacht über garnicht gemeldet hatte. Irgendwann ist man zu müde, um zu erkennen, dass man durchgeschlafen hat. Hiermit ist es nun also offiziell, der Zwerg kann durchschlafen. Da M. heute morgen nach Tokyo aufgebrochen ist und uns um 5:30 wachgemacht hat, konnte ich das nur nicht entsprechend genießen. Aber das wird wohl noch.

Wir mussten den kleinen Kerl gestern "operieren", nachdem wir am Sonntag Nachmittag auf dem Top Deck des Jumbo Seafood floating restaurants in Aberdeen waren. Das ist dort wie ein riesiges Schiffsdeck, auf dem man sehr lecker essen kann. Da es L. irgendwann zu langweilig wurde, fing er an, dort herumzukrabbeln. Wir hatten kein Problem damit und er war begeistert. Meine Begeisterung hielt sich dann allerdings in Grenzen, als ich gestern mindestens 7 Holzsplitter in seinen Händen entdeckte. M. hat sich dann darauf besonnen, dass sein Vater Chirurg ist und hat alle Splitter fachmänisch mit der Pinzette entfernt, während ich den weinenden und sich windenden L. festhielt. Der arme Kleine. Dabei hatte er schon einen harten Tag hinter sich.

Morgens waren wir zum ersten Mal in der Kindermusik. Das ist hier wie PeKip auf Speed. 50 min lang Singen, aufstehen, hüpfen, setzen, krabbeln, springen, Buch lesen oder essen, wieder singen.... und dazu die Stimmer der Lehrerin als ob man eine normale Stimmer in einer schnelleren Geschwindigkeit abspielen würde. Wahrscheinlich können die hier nicht so einen Weichkram wie bei uns machen, weil die die Kinder auf die hektische Stadt draußen vorbereiten müssen. Was soll's? L. fand es toll und hat sich gleich sehr wohl gefühlt. Was das andere Mütter kennenlernen angeht, war es allerdings nicht so ein Erfolg, weil da nur noch zwei weitere Mütter waren und der Rest waren neun Aunties (Maids, Domestic Helper, Kindermädchen, wie immer man sie auch nennen mag). Das hatte ich schon fast befürchtet.

Danach bekam L. noch eine Grippeschutzimpfung, die man hier auch den Kleinen gibt, weil bei 7 Millionen Einwohnern und noch einmal so vielen Touristen aus allen Teilen der Welt wollen sie auf Nummer sicher gehen. Ein Impfgegner hätte es hier wohl recht schwer.

Heute werden es wohl so um die 22 Grad und wir treffen uns mit K. und unternehmen etwas. Am besten auf der Südseite der Insel, da gestern schon wieder ein weiterer Luftverschmutzungsrekord gemessen wurde. Da unten ist die Luft besser und wir werden uns vielleicht am Strand von dem Wohnungsthema ablenken.