Samstag, 9. August 2008

Babytalk

Unser Kleiner wird gross und plappert nun schon ein wenig. Heute hat er einem Maedchen unten auf dem Spielplatz einen seiner Kekse abgegeben und hat dabei deutlich 'Dan-ke' gesagt. Na gut, 'Bitte' waere zwar passender gewesen, aber da wollen wir mal nicht so sein. Dazu nickt er immer ganz wichtig. 'P-te' kann er zwar auch, aber das kommt auch nie im richtigen Moment. Das lernen wir noch.

Vorgestern hat er morgens noch vor meinem Fruehstueck seine Schuhe genommen und ist damit zur Tuer. Dann hat er mir meine Schuhe gebracht, ist wieder zur Tuer und meinte nur 'Bye Bye', waehrend er winkte. Klarer haette er es mir wohl nicht sagen koennen, dass wir nun gefaelligst rausgehen sollten.

Was kann er noch? Er gibt mir seine Flasche oder zeigt mir sein Essensschaelchen und piepst 'all' wenn alles leer ist. Mir ist vorher garnicht aufgefallen, dass ich dann doch so viel pfaelzisch spreche und selbst immer 'all' sage statt 'leer', aber so scheint es wohl zu sein. Ausserdem scheine ich immer mit meinem Zeigefinger zu wackeln und 'Neinneinnein' zu sagen, wenn ich etwas verbiete. Jetzt bekomme ich immer mit seinem ganzen Babyarm vor dem Gesicht gewackelt und gezeigt, dass er weiss, was er alles nicht darf. Machen, tut er es dann aber oft trotzdem...

Dienstag, 5. August 2008

Ungeziefer und Tropenstuerme

M. ist zu Hause weil heute T8 Warnung ausgesprochen wurde. Das bedeutet eine Typhoonwarnung mit Windgeschwindigkeiten von 65 bis 115 km pro Stunde. Eine Stufe 8 legt das allgemeine Leben lahm und keiner geht zur Arbeit oder in den Kindergarten. Deswegen sind beide Maenner hier und wir beobachten aus unseren grossen Fenstern im 28.Stock das Treiben vor der Tuer. M. behauptet, er spuere das Haus wackeln, aber ich merke nichts. Wahrscheinlich steckt ihm noch das Erdbeben von seiner Japanreise in den Knochen.

Vorgestern nacht fuehlten wir uns so langsam als echte Tropenbewohner. Wir hatten unsere erste (und gegen alle Wahrscheinlichkeit hoffe ich, auch die letzte) Kakerlake! EKELHAFT!
Ich hatte tagsueber unseren 50-er Jahre Kuehlschrank geoeffnet, der es entegen der Planung leider mit nach Hongkong geschafft hatte und nun so langsam vor sich hinrostete. Um ihn zu retten, hatten wir ihn vom Balkon in die Wohnung geholt und dabei gemerkt, dass innen drin lauter schwarze Streifen waren, als ob ein kleiner Vogel oder aehnliches hingemacht haette. Tiere haben wir aber keine gesehen. Als ich ihn nun im Wohnzimmer oeffnete, um zu schauen, wie wir ihn reinigen koennten, starrte ich nur auf eine daumenlange Kakerlake, die schnell in die hinterste Ecke fluechtete. Ich konnte nicht anders, als schnell die Tuer zuzuschlagen und zu verdraengen, dass ich das gerade gesehen hatte. Sehr erwachsen, ich weiss. Aber mir standen die Haare zu Berge, weil ich das Viech so eklig fand und ich konnte mich nicht allein darum kuemmern.

Als M. abends von einem Geschaeftsessen zu Hause war, erwaehnte ich es beilaeufig (ich hatte es wirklich sehr gut verdraengt) und obwohl es schon nach zwoelf war, sprang er sofort auf und wollte etwas unternehmen, da er (leider zu Recht) annahm, dass diese Tuer das Tier nicht aufhalten wuerde. Und tatsaechlich huschte die Kakerlake auch direkt ueber den Wohnzimmerboden, als er das Licht anmachte. Was dann folgte, war ein Kampf mit dem Staubsauger, einer Schere, Insektenvernichtungsmittel und dem Kuehlschrank, den er schnell wieder auf den Balkon schleppte. Unterbrochen wurde das alles von einer panischen Schwangeren, die schrie, als sich ein Blatt von einer unserer Pflanzen loeste (es haette ja ein Tier sein koennen) und einem mittlerweile auch schreienden Baby. Das ging bis halb zwei und als unsere Perle am naechsten Morgen ins Wohnzimmer kam, nahm sie an, wir haetten in ihrer Abwesenheit die Bude demolieren wollen. Natuerlich hat sie sich kaputt gelacht, wie man sich wegen sioetwas so anstellen kann und hat gleich einmal fachmaennisch den Kuehlschrank inspiziert. Anscheinend war es nur eine und es handelt sich bei den Strichen nicht um Kakerlakenkot. Keine Ahnung, was es nun wirklich ist. Der Kuehlschrank ist nun wieder auf dem Balkon und wir kontemplieren immer noch, was mit ihm geschehen soll.