Sonntag, 12. Oktober 2008

Wochenenden in Hong Kong

Bevor ich nach Hong Kong zog, fragte mich ein eigentlich sehr weitgereister und weltoffener Kollege, was ich denn dort an den Wochenenden anstellen wollte. Da gaebe es ja nicht viel zu tun. Ich moechte hier nun mal ein wenig Werbung fuer meine momentane Heimatstadt machen, die aus wesentlich mehr als nur Einkaufszentren in Central besteht.

Am Sonntag Nachmittag waren wir zum Beispiel auf einem der hunderte von Wanderwegen, bei denen man sehr schnell in eine vogelzwitschernde, Schildkroetenbeobachtende, dschungelartige Natur kommt. Zuerst fuhren wir von hier aus mit Freunden und drei Kindern unter 3 im Bus auf den Peak und genossen wieder einmal die unfassbare Aussicht nach beiden Seiten, bevor wir uns von dort aus in den Pokfulam Country Park aufmachten. L. lief fast die Haelfte des Weges und wir spazierten ungefaehr eineinhalb Stunden den Berg runter, um am Fuss des Berges dann wieder mit dem Bus ein paar Stationen zu uns heim zu fahren. Jetzt, da es auch hier langsam Herbst wird, kann man ideal die unzaehligen Wanderwege testen, die es auf Kong Kong Island, den New Territories und den vielen Inseln gibt.

Eine andere beliebte Freizeitbeschaeftigung der Hong Konger sind Bootstouren um die Inseln. Dazu kommt eine Gruppe von Freunden zusammen und mietet sich fuer einen Tag ein Boot mit Catering, das einen dann im Laufe der Fahrt irgendwann auch noch an einem abgelegenen Strand zum Baden rauslaesst. Da wir bei dem letzten dieser "Events" leider nicht konnten, steht das immer noch auf unserer Liste. Wir koennen also so schnell nicht weg...

Was wir da auch unbedingt noch machen muessen ist die Dolphin Watching Tour, bei der man die hier unfassbarerweise noch lebenden rosanen Depfine anschauen kann. Und die Bootstouren im Hafen werden eigentlich auch nie langweilig, weil einem die Skyline immer wieder umhaut.

Natuerlich gibt es auch zig sehr interesssante Museen, durch die man sich durcharbeiten kann. Heute Nachmittag gehe ich zum Beispiel wahrscheinlich mit meinen Schwiegerelten in das Medizinische Museum, das westliche und chinesische Medizinentwicklung der letzten 150 Jahre zeigt. Mal schauen, was mein Schwiegervater als Chirurg dazu noch zu erzaehlen hat.

Oder man schaut sich die "Heritage Sites" an, die Gebaeude oder Gebiete, die es geschafft haben, dem Bagger zu entgehen und einem ein Gefuehl fuer die Geschichte Hong Kongs geben koennen. Dazu natuerlich noch Tempel und sonstige heilige Staetten. Die New Territories und Lantau bieten da immer etwas zu entdecken.

Man kann natuerlich auch immer einfach an einen der vielen Straende oder in eins der unglaublich guten Restaurants. Fast alle bieten Sunday Brunches an, nach denen man drei Tage nichts mehr essen muss. Und wenn man nicht gerade schwanger ist, auch nichts mehr trinken (All you can drink Prosecco oder Champagner....). Wenn einem ueberhaupt nichts mehr einfaellt, kann man aber, wie ja jeder erwarten wuerde, einfach die Kreditkarte zum Gluehen bringen und einkaufen, bis einem die Arme wehtun. Aber das empfiehlt sich auf die Dauer leider nicht unbedingt.

Die Liste ist nicht mal im Ansatz vollstaendig und wenn wir wirklich drei Jahre bleiben (wer weiss das schon alles bei der jetzigen Wirtschaftslage), dann wird uns hier sicherlich nicht langweilig. Wer jetzt also Lust bekommen hat, uns zu besuchen... ;-)

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