Donnerstag, 1. Mai 2008

Mann, werde ich verwoehnt...


Am Sonntag letzte Woche haben wir uns ja noch fuer eine Maid entschieden, deren Unterlagen wir ueber unsere Agentur bekommen haben. Sie ist Mitte vierzig, winzig klein und lacht viel. Leider wurde ihr von ihrer Arbeitgeberin nach einer Woche hier gekuendigt und nun muss sie wieder zurueck in die Philippinen und auf ein neues Visum warten. Und wir auch... Bevor die Maids nach Hong Kong duerfen, werden sie von ihrer Regierung so richtig geschroepft. Sie muessen Kredite aufnehmen und so viel Geld leihen, dass sie das erste halbe Jahr erst einmal ihre Schulden abbezahlen. Dafuer verdienen sie danach aber mehr als jemand mit Studium zu Hause. Und da fast alle nur einen Hauptschulabschluss haben, ist das ja schon mal nicht so schlecht. 

Bevor sie nun wieder zurueck muss, blieb sie erst einmal bei uns. Da wir vielleicht drei Tage nachdem sie wieder offiziell einreisen darf, nach Deutschland fliegen, wollte ich ihr schon einmal vorher moeglichst viel zeigen. Was soll ich sagen? Die Wohnung ist gespenstisch sauber und L. findet sie auch lieb. Sie singt ihm Lieder vor und spielt gut mit ihm. 

Am ersten Abend wollte sie sich unbedingt beschaeftigen, weil sie natuerlich beweisen wollte, dass sie gut arbeitet und wohl etwas unsicher war wegen der Kuendigung nach einer Woche durch ihren vorherigen Arbeitgeber. Ich finde sie super, aber sie hing trotzdem irgendwann kopfueber in der Spuelmaschine und spuelte das komplette Geschirr per Hand ab. Sie war sich nicht im Klaren, dass die Maschine genau dafuer da ist. Eben habe ich es ihr noch einmal erklaert und sie scheint recht begeistert. Man muss sich die Situation ungefaehr so vorstellen, als ob eine Volksschuelerin aus einem Dorf aus Deutschland in den Fuenfzigern in das heutige Hong Kong kommt. Das ist nicht ganz so einfach. 

Mehr dazu, wenn sie dann ganz da ist. Jetzt gehe ich so langsam ins Bett, weil mein kleiner Zwerg heute nacht um 1:30, 2:30 und 5:30 wach war. Um 10 vor 6 war er dann komplett wach und ich auch. Aber ich habe trotzdem nicht den Fruehaufsteherpreis gewonnen, weil K. und ihr Mann 11 Stockwerke ueber uns, bei denen ich zu Fruehstueck war, schon seit 4:00 wach waren. Es leben die Kinder! Man hat so viel vom Tag!

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