Was wir heute eigentlich vorhatten:
Mit L. fruehstucken, ein wenig spielen, einkaufen gehen, Mittagsschlaf, zum South Bay Beach grillen mit Freunden und frueh heim.
Was wir tatsaechlich getan haben:
Mit L. gefruehstueckt, mit ihm zum Spielplatz gegangen und dann... dann haben wir unsere Plaene zwangsweise geaendert. L. wollte gerade wieder einmal die Tauleiter zur Rutsche hochklettern, als er kurz vor der Leiter stolperte und sich seine Schneidezaehne in die Unterlippe rammte. Zuerst sah es nicht so schlimm aus, aber es fing schnell an stark zu bluten und wir waren uns nicht sicher, ob er sich die Zaehne nicht durch die Lippe durchgeschlagen hatte, da er aussen und innen eine Wunde hatte. Wir packten also ein paar Sachen zusammen und fuhren zum Adventist, einem Krankenhaus in unserer Naehe, in die Notaufnahme. Dort bestaetigte uns der Arzt, das es tastaechlich sicherer sei, ihm die Lippe zu naehen, damit sich keine grosse Narbe bildet. Leider war mir dann gleich klar, dass das wieder eine Vollnarkose bedeuten wuerde, weil man so einem Zwerg ja nicht sagen kann, dass er mal eine halbe Stunde still halten soll.
Der "Schoenheitschirurg" organisierte uns dann einen OP im Matilda Hospital, da es im Adventist bis in den Abend keinen freien OP mehr gegeben haette. Da ich im Matilda in vier Wochen oder so auch entbinden werde, konnten wir uns so wenigstens schon einmal alles ansehen. Eine positive Einstellung ist doch alles...
L. war aber schon etwas misstrauisch , weil er sich natuerlich an seine Beschneidung erinnern kann und nicht so begeistert war davon, schon wieder in so ein Krankenhaushemdchen gesteckt zu werden. Ich war allerdings ruhiger als bei der ersten OP, weil ich ja nun schon einmal erlebt habe, dass er danach wieder wach wird und anscheinend auch nicht allergisch auf das Narkosemittel reagiert. Die 30 Minuten im Wartezimmer waren trotzdem nicht so doll. Aber wie es sich fuer ein internationales Krankenhaus in Hong Kong gehoert, lag da als einzige westliche Lektuere nicht etwa "Medi und Zini" oder das Aerzteblatt aus oder so, sondern die Vogue! Na ja, andere Laender andere Sitten.
Nach der OP wachte unser tapferer Kleiner gut auf und ass schon bald mit uns mit seinem Pflasterziegenbart zu Mittag. Er ist ganz der Sohn seiner Eltern. So krank kann er gar nicht sein, dass er nicht essen koennte.
Jetzt liegt er ganz brav im Bett und nach Weihnachten kommen die Faeden raus. Wenn es ein Elterndiplom gaebe fuer Eltern von bald Zweijaehrigen, dann koennten wir das bald machen. Wir haben jetzt schon eine geplante OP, eine Notaufnahme mit OP, zwei mal Vollnarkose, diverse Impftermine (hier in HK gibt es staendig einen Grund zu impfen) und, und, und hinter uns. So langsam kennen wir uns aus und die kleine Schwester kann kommen. Ich bin ja schon froh, dass er nicht komplett nach mir kommt. Dann haette er sich in diesem Alter naemlich schon das Schluesselbein gebrochen. Gut, dass wir uns jetzt in der Notaufnahme auskennen, auch wenn wir da so schnell nicht mehr hinmoechten.
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