Dienstag, 15. April 2008

Fuer die Mamis


Da unser Kleiner bald ein Jahr alt wird, beschaeftige ich mich gerade mit dem Thema Kindergarten / -krippe, das hier komplett anders laeuft als in Deutschland. Meine Freundinnen dort, die aehnlich alte Zwerge haben, sind gerade mitten in dem Krippenthema gefangen - oder waren es zumindest einen grossen Teil des letzten Jahres, sofern sie jetzt schon einen Platz haben. Bei verschiedenen Krippen zu jeweils bestimmten Terminen persoenlich vorsprechen, dann immer wieder zu auch genau bestimmten Terminen das Interesse bestaetigen, um dann teilweise gesagt zu bekommen, dass man frueher, spaeter oder ueberhaupt nicht haette anrufen sollen, weil die Plaetze jetzt oder schon vor Monaten alle belegt seien oder waren. Und das alles macht man fuer Krippen, die man sivh nicht nach Erziehungsstil oder Lage aussuchen kann, weil man froh sein muss, ueberhaupt etwas zu bekommen, wenn man nicht gerade eine gelaehmte, arbeitslose, alleinerziehende Mutter ist und als sozialer Haertefall gilt. Aber wenn man dann einen Platz hat, dann ist das Kind dort beschaeftigt und hoffentlich gut aufgehoben, waehrend man selbst wieder arbeiten kann oder sonst etwas tun, das einen geistig fit haelt.

Hier laeuft das anders ab. Ich habe die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Institutionen, die sich alle gegenseitig  ueberbieten, wie paedagogisch wertvoll sie doch seien. Auf diesem Einstiegslevel der Ausbildung sind die Schulen auch noch nicht voll (spaeter wird es dafuer richtig schwierig) und ich kann mich bei allen Schulen einfach mit meinem Wunschtermin anmelden. Aber dann ist es eben nicht so, dass man in dieser Zeit dann etwas anderes machen kann, sondern die zwei mal eine Stunde pro Woche, die die eine Schule zum Beispiel maximal fuer dieses Alter anbietet, muss man das Kind komplett begleiten und mitsingen, -huepfen, -tanzen, -basteln... Gibt es hier keine arbeitende Muetter? Ja, aber die haben dann alle eine Maid und wenn man zwei Kinder hat, dass braucht man in so einem Fall eben zwei Maids....

Da ich nicht arbeite, koennte man natuerlich fragen, warum L. dann ueberhaupt mit nur einem Jahr irgendwo hin soll. Aber da hier fast alle etwas mit ihren Kindern machen und HK bei den Pisa Studien immer Top 3 ist, kann es ja nicht komplett falsch sein. Ausserdem gefaellt es L. unglaublich, mit anderen Kindern zusammen zu sein und die Mama wird den ganzen Tag lang auch irgendwann langweilig.

Sehr wahrscheinlich wird er ab Juli (wenn wir wieder aus Deutschland zurueck sind) drei mal die Woche fuer zwei Stunden zu den Baby Buddies in Sheung Wan gehen . Die gefallen mir bisher am besten, weil es dort etwas entspannter zugeht. Sie versuchen nicht, wie die anderen, alles in eine Stunde zu quetschen. Ansonsten lauft naemlich immer laute Musik im Hintergrund und dann heisst es 10 min frei Spielen, 10 min Lieder singen, 10 min mit einem Ball spielen, 10 min basteln, ... Wie man sich so konzentrieren lernen soll, ist mir schleierhaft. Danach sind auf jeden Fall alle fix und fertig, Mutter und Kind.

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