Samstag, 31. Januar 2009

Zeitungsnachrichten in Hong Kong

Manchmal stosse ich in der Zeitung auf Artikel, die man selbst wenn man hier wohnt, kaum glauben kann - oder vielleicht auch nur, wenn man hier wohnt.

Heute hatte ich wieder so ein "Typisch Hong Kong" Erlebnis beim Zeitunglesen. In der Sonntagsausgabe der South China Morning Post (das ist quasi unsere Sueddeutsche) stand in dem Wochenendmagazin unter der Rubrik "Stylefragen an den Stylediktator" folgende Frage (frei uebersetzt):
"Ich werde in Kuerze nach Paris fahren und dort ein Auto mieten. Jetzt hat man mir gesagt, dass ich dort eine orangene Schutzweste im Handschuhfach haben muss, so wie sie Karl Lagerfeld gerade auf Plakatwaenden in Frankreich traegt. Gibt es da eine von Hermes und wenn ja, wo kann ich die in Hong Kong kaufen?"
Diese Frage hat diesmal sogar den Stylediktator fast sprachlos gemacht und den kann in dieser Stadt nicht mehr viel schocken. Er antwortete das, was ich mir in dem Moment auch gerade dachte: "Wie typisch Hong Kong! Natuerlich moechtest Du eine Schutzweste von einer beruehmten Marke haben! Aber, vergiss es, diesmal geht es nur um Schutz und nicht um Design, gewoehn Dich dran!"
Danke, Stylediktator! So langsam drehen sie hier wohl alle komplett ab...

Gestern Abend bis Mitternacht hat sich unser chinesisches Nachbarpaerchen ueber uns wieder so laut gestritten, dass wir jedes Wort verstanden haetten, wenn wir Mandarin sprechen wuerden. Dazwischen heult sie so jaemmerlich, dass einem das Grausen kam. Wir haben uns heute Morgen ueberlegt, dass sie vielleicht die Zeitung schon frueher bekommen hat und sich darueber aufgeregt hat, dass es keine Schutzwesten von Hermes gibt. Zuzutrauen waere es ihnen.

Fast noch lustiger war aber, was vor ein paar Tagen in der Zeitung stand ueber Websites in China, ueber die man falsche RMB (Chinas Waehrung) bestellen kann. Eine offizielle Geldfaelscherseite also. Der Artikel erwaehnte, dass die Polizei es vor Chinese New Year wohl nicht mehr schaffen wuerde, die Seiten dicht machen zu lassen, auf denen man ganz offiziell und mit kostenloser Lieferung nach Hause ab einem Gegenwert von 10.000 RMB Falschgeld bestellen kann. Sie bruesten sich sogar mit der neusten Technologie aus Taiwan und bieten Rabatte an fuer Zweitkunden. Na, das lohnt sich doch dann. Leider muessen sie zugeben, dass die Faelschnungen nicht gut genug sind, um Bankangestellte reinzulegen und das Geld auf das eigene Konto einzuzahlen. Zitat:"Wenn unsere Faelschungen gut genug dafuer waeren, dann koennten wir das ja selbst machen und wuerden nicht versuchen, die Scheine an Sie zu verkaufen." Auch wieder wahr...

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